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27.01.2016

14 kritische Rohstoffe

Wenn die Produktion eines Rohstoffs grosse Auswirkungen auf Mensch, Tier und Natur hat, ist er für uns kritisch. Deshalb haben wir als erste Detailhändlerin weltweit 14 Rohstoffe bestimmt, die künftig noch nachhaltiger produziert werden sollen.

Nachhaltigkeit bei kritischen Rohstoffen

© Heiner H. Schmitt

Beim Begriff «kritischer Rohstoff» denken die meisten wohl an Erdöl und Kupfer, vielleicht an Wasser. Aber Milch? Haselnüsse? Reis? Für uns als verantwortungsbewusste Detailhändlerin sind das tatsächlich kritische Rohstoffe. Und zwar deshalb, weil sie grosse Auswirkungen auf soziale oder ökologische Aspekte bei der Produktion oder aufs Tierwohl haben können.

Wann gilt ein Rohstoff bei uns als kritisch?

  • Wir betrachten einen Rohstoff als kritisch, wenn diese Kriterien erfüllt sind:

    • Die Beschaffung des Rohstoffs ist sehr wichtig für Coop.
    • Die Erstverarbeitung des Rohstoffs wirkt sich stark aus auf Soziales, Ökologie oder das Tierwohl.
    • Die Produktion des Rohstoffs wird von NGOs und der Öffentlichkeit kritisch beobachtet.

    Wir haben unser gesamtes Sortiment nach diesen Kriterien durchforstet. Entstanden ist eine Liste mit 14 sogenannt kritischen Rohstoffen, auf die wir nun einen besonderen Fokus legen. Ziel ist, die Beschaffung dieser Rohstoffe nachhaltiger und damit umwelt-, tier- und sozialverträglicher zu gestalten: 

Ambitionierte Ziele

Doch wie können diese Rohstoffe nachhaltig beschafft werden? Hier orientieren wir uns an anerkannten Gütesiegeln oder Nachhaltigkeitsstandards, welche die Hauptrisiken abdecken. Beispielsweise setzen wir auf die Gütesiegel Fairtrade Max Havelaar und die Knospe von Bio Suisse oder auf Standards wie RSPO, FSC oder GlobalG.A.P. Für zahlreiche Rohstoffe haben wir schon seit geraumer Zeit konkrete Nachhaltigkeitsziele vereinbart, beispielsweise mit dem WWF oder im Rahmen von Initiativen wie dem Sojanetzwerk Schweiz. Neu definieren wir für alle kritischen Rohstoffe konkrete, ambitionierte Ziele, die wir bis 2020 erreichen wollen.

Zum Beispiel Kakao

Es sind meistens kleine Betriebe, die Kakao produzieren. Da dieser Rohstoff ebenfalls dem Preisdruck des Marktes unterliegt, verschlechtern sich oft die Arbeitsbedingungen der Kleinbauern. Darüber hinaus fördert der Preisdruck Abholzung und Kinderarbeit. Aktuell beträgt der Anteil an nachhaltig produziertem Kakao in den Coop-Eigenmarken 85 Prozent. Bis 2020 steigern wir diese Quote auf 100 Prozent.

100 Prozent Tierwohl als Ziel

© Heiner H. Schmitt

Während Milch aus der Schweiz immer mindestens der strengen Schweizer Tierschutzgesetzgebung entspricht, ist dies beispielsweise bei der Herstellung von Importkäse nicht immer sichergestellt. Denn die dafür verwendete Milch erfüllt noch nicht zu 100 Prozent unsere Tierwohl-Vorgaben. 

Bewertung des WWF: «innovativ und vorbildlich»

Unsere Nachhaltigkeitsziele für kritische Rohstoffe wertet der WWF als «innovativ und vorbildlich für den Detailhandel». Und die «Erklärung von Bern» beurteilt unsere Tochter Chocolats Halba als fortschrittlich und somit beste Schweizer Schokoladenproduzentin punkto ethisches Verhalten und soziale Verantwortung.

Coopzeitung 26.01.2016

    Foto: Marius Born