Nachhaltiges Palmöl

Die Nachfrage nach Palmöl nimmt weltweit zu. Rund 80 Prozent des gesamten Bedarfs stammen aus Indonesien und Malaysia. Der Anbau dieses Rohstoffs ist jedoch nicht unproblematisch, da er grosse Flächen beansprucht und Regenwälder verdrängt.

Deshalb setzen wir für unsere Eigenmarken auf nachhaltig produziertes Palmöl, das bis zum Ursprung zurückverfolgt werden kann, und sind seit 2004 Mitglied des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO). Diese Vereinigung fördert Palmöl, das unter sozialen und umweltgerechten Bedingungen produziert wird. Konkret heisst das, dass für Palmölplantagen ab 2005 keine Regenwälder mehr gerodet wurden, die Gesetze eingehalten werden und die Arbeitsbedingungen fair und sicher sind.

Was haben wir erreicht?

Für unsere Eigenmarken-Produkte im Bereich Food benötigen wir rund 2’250 Tonnen Palmöl im Jahr. Dieses stammt bereits zu 92,7 Prozent aus nachhaltigem Anbau (Stand: 2015). Die Herkunft des Palmöls ist rückverfolgbar und es entspricht den Standards RSPO Identity Preserved, RSPO Segregated oder Bio Suisse. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, Ende 2016 bei unseren Eigenmarken-Produkten im Bereich Food zu 100 Prozent Palmöl aus nachhaltigem Anbau zu verwenden.

Auch im Non-Food-Bereich sind wir aktiv: Beispielsweise gelang es uns 2013, einen Palmölrohstoff in den Waschmitteln unseres Tochterunternehmens Swiss Steinfels auf den Standard RSPO Mass Balance umzustellen – als erste Detailhändlerin überhaupt. Bis 2020 streben wir an, in unseren Eigenmarken-Produkten im Bereich Non-Food nur noch Palmölrohstoffe einzusetzen, die mindestens gemäss RSPO Mass Balance zertifiziert sind.

Die vier RSPO-Standards bedeuten Folgendes:

  • Identity Preserved: Strikte Trennung von Palmöl aus nachhaltigem Anbau von nicht-nachhaltigem Palmöl entlang der gesamten Lieferkette. Nachhaltiges Palmöl aus unterschiedlicher Herkunft darf bei diesem System nicht vermischt werden. Die Ware ist bis zur Plantage rückverfolgbar.
  • Segregated: Analog zu Identity Preserved, aber Palmöl aus mehreren nachhaltigen Produktionsstätten darf gemischt werden. Die Ware ist ebenfalls bis zur Plantage rückverfolgbar.
  • Mass Balance: Nachhaltige und konventionelle Ware darf in einem kontrollierten Verhältnis physisch vermischt werden. Dies ist eine Möglichkeit, auch Produkte zu zertifizieren, die sowohl zertifiziertes als auch nicht zertifiziertes Palmöl enthalten (mit dem Zusatz «gemischt»).
  • Book & Claim: Nachhaltiges Palmöl (die physische Ware) und die Nachhaltigkeitszertifikate werden getrennt gehandelt. Die Lieferkette wird nicht rückverfolgt. Die Endverbraucher können Zertifikate für ihre benötigten Mengen an nachhaltigem Palmöl erwerben. Auf diesem Weg wird sichergestellt, dass für das in einem Endprodukt verwendete Palmöl eine entsprechende Menge zertifiziertes Palmöl produziert wurde.

Weiterführende Anforderungen

Wir bevorzugen Palmöl von Lieferanten, die zusätzlich zu den RSPO-Standards, die Anforderungen von RSPO Next einhalten. Wichtige weiterführende Kriterien sind für uns insbesondere:

  • Verbot des Anbaus auf Torfböden
  • Verbot von Pestizidwirkstoffen, die gemäss der Stockholmer Konvention, der Rotterdamer Konvention, des Pesticide Action Network Dirty Dozen (inkl. Paraquat) und der World Health Organization (WHO 1a und 1b) besonders gefährlich sind für Mensch, Tier und Umwelt
  • Verstärkte Feuerprävention in den Palmölplantagen
  • Offenlegung und kontinuierliche Reduktion der Treibhausgasemissionen
  • Capacity Building für Kleinproduzenten
  • Keine Landkonflikte mit der indigenen Bevölkerung
    Palmölplantage in Malaysia
    Palmölplantage in Malaysia
    Palmölplantage in Malaysia
    Palmölplantage in Malaysia
    Palmölplantage in Malaysia
    Palmölplantage in Malaysia
    Palmölplantage in Malaysia
    Palmölplantage in Malaysia

Mehrfach wertvoller Rohstoff

Palmöl und -fett ist für uns aus drei Gründen hochrelevant:

  • Erstens eignet es sich sehr gut für zahlreiche Lebensmittel und Non-Food-Produkte.
  • Zweitens verwenden wir aus gesundheitlichen Gründen keine gehärteten Fette und verzichten aus Rücksicht auf Vegetarier auf tierische Fette.
  • Drittens sind die Ölpalmen sehr produktiv, was sich positiv auf den Preis auswirkt und den Flächenbedarf reduziert.

Richtlinie Nachhaltiges Palmöl

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