Slowing and Closing the Loop

Nachhaltige Mode – ein ganzheitlicher Ansatz

Eine nachhaltige und verantwortungsvolle Textilstrategie umfasst nicht nur den Produktionsprozess der Textilien. Über ein nachhaltiges Produkt wird bereits bei der Produktentwicklung und Materialauswahl entschieden. Und auch nach dem Verkauf, bei der Nutzung, Weiterverwendung und der Entsorgung von Textilien, kann wertvolles zu einem nachhaltigen Umgang von Textilien beigetragen werden.

Lebensphasen eines Textilprodukts
Lebensphasen eines Textilprodukts

Produktentwicklung

Unsere Eigenmarken

Rund 2 Prozent unseres Umsatzes werden mit Textilien erwirtschaftet. Davon sind 53 Prozent textile Fremdmarken. Bei den Eigenmarken stehen besonders Coop Naturaline, Nulu und Sergio im Vordergrund. Bei diesen Marken wird zusammen mit den Lieferanten und langjährigen Partnern nach den eigenen Vorgaben beschafft. Das heisst Coop nimmt bei der Kollektionsausarbeitung von der Farbe über Schnitt bis zu den geforderten Sozial- und Umweltstandards Einfluss.

Coop Eigenmarken im Textilbereich
Coop Eigenmarken im Textilbereich

Eingesetzte Materialien

Rund ein Drittel des Umsatzes mit Eigenmarken im Textilbereich stammt von Coop Naturaline. Naturaline steht für 100 Prozent Bio-Baumwolle, 100 Prozent faire Produktion, 100 Prozent Transparenz in der Lieferkette und 100 Prozent CO2-Neutralität. Weltweit sind wir die zweitgrösste Anbieterin für fair hergestellte Textilien aus Bio-Baumwolle. Einmalig ist der durchgehend transparente und kontrollierte Produktionsprozess.

Mittels QR-Code und Rückverfolgbarkeitsnummer kann jeder selbst bei Coop Naturaline jedes Kleidungsstück vom Ursprung der Baumwolle bis zum Hersteller zurückverfolgen. Das textile Grundmaterial (flächiges Gestrick oder Gewebe) muss mindestens 70 Gewichtsprozent Materialien aus kontrolliert biologischem Anbau (bioRe Baumwolle) oder kontrolliert biologischer Tierhaltung enthalten.

Bei den Coop Eigenmarken Sergio und Nulu setzen wir auf nachhaltige Baumwolle aus der Better Cotton Initiative. Die Better Cotton Initiative setzt sich als Baumwollstandard für eine faire, umweltschonende und nachhaltige Baumwollproduktion ein. Ziel ist es, dass 80 Prozent aller textilen Eigenmarken bis 2020 aus nachhaltiger Baumwolle hergestellt werden.

Nebst Baumwolle stehen wertige Materialien wie Merino, Schurwolle, Seide und Modal im Vordergrund. Bei der Beschaffung liegt der Fokus auf hochwertigen Stoffen die dem Kundenbedürfnis entspricht.

Produktentwicklung

Bereits beim Designprozess spielt der Chemikalieneinsatz bei den Eigenmarken eine wichtige Rolle. Durch ein systematisches, präventives Management wird der Einsatz aller von Greenpeace in den Fokus gerückten Chemikaliengruppen für unsere Eigenmarken-Produkte ausgeschlossen.

Das heisst, dass Materialien, Farben und Drucke nur dann eingesetzt werden können, wenn diese auch ohne schädliche Chemikalien umgesetzt werden können. Nach wie vor ist die Umstellung auf «detox-konforme» Chemikalien in der Industrie eine Herausforderung und wird von uns durch gezielte Sensibilisierung in den Lieferketten gefördert.

Bei unseren Eigenmarken Naturaline, Nulu und Sergio stehen langfristige Mode und ein zeitloses Design im Vordergrund. Ziel ist es, dass die Produkte gut kombinierbar sind und mehr als eine Saison getragen werden können. Mit dieser Massnahme heben sich unsere Eigenmarken von schnelllebiger und -vergänglicher Mode ab.

Qualität / Wertigkeit

Wir setzen bei den Eigenmarken auf hohe Qualitäts- und Produktionsstandards. Für alle unsere Textilien liegt der Fokus auf qualitativ hochwertigen und langlebigen Produkten. Neben Qualitätsmanagement-Massnahmen in der Produktion werden mittels Leistungsanforderungen für alle unsere Textilprodukte wie z. B. Schrumpf, Farbechtheiten beim Waschen, Reibung oder Pilling werden stichprobenhaft einzelne Artikel aus den Kollektionen überprüft. Ausserdem prüfen wir auch, ob geforderte Schnittmasse unseren definierten Anforderungen entspricht.

Produktion

Wir verfolgen einen ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz in den textilen Lieferketten. Auf den verschiedenen Stufen fordern wir die Einhaltung von sozialen und ökologischen Anforderungen, um eine verantwortliche Herstellung von Textilien zu gewährleisten und setzen bereits bei den Rohstoffen Anforderungen um.

Richtlinie Textil und Leder

Mehr zum Detox-Commitment

Mehr zum Sozialstandard BSCI

Verkauf

Wir sagen Nein zu Fast Fashion

Lebenszyklen im Textilbereich müssen nicht nur geschlossen, sondern auch verlangsamt werden. Die Entschleunigung von Kollektionen und kurzlebigen Trends ist die Basis für ein verantwortungsvoller Konsum von Textilien. Nur so kann auch der exzessive Verbrauch von textilen Rohstoffen vermindert werden.

Unser Standartsortiment aus gleichbleibenden Artikeln macht bei Coop Naturaline 70 Prozent aus. Um einen dynamischen Auftritt zu gewährleisten, werden bei ausgewählten Naturaline Produkten und unseren Eigenmarken Nulu und Sergio jährlich zwei saisonale Kollektionen lanciert.

Wir setzen – insbesondere mit Coop Naturaline – ganz bewusst ein Zeichen gegen Fast Fashion mit dem Ziel, unsere Kundinnen und Kunden für nachhaltige Mode zu sensibilisieren.

Gebrauch

Kundinnen und Kunden tragen massgeblich zu einem verantwortungsvollen Umgang von Textilien bei: Durch richtige Pflege, das Waschen, Bügeln und Trocknen kann der Energie- und Wasserbedarf der Textilien beeinflusst werden. Und nicht zuletzt ist eine sinnvolle Verwertung von Kleidern entscheidend.

Weiterverwendung /-verwertung

Unser Ziel ist es, dass tragbare Kleidungsstücke so lange wie möglich im Kreislauf gehalten und am Ende des Lebenszyklus professionell recycelt werden. Die sinnvollste Wiederverwertung von Kleidern, welche von den ursprünglichen Käufern nicht mehr getragen werden, ist deren Weitergabe und Weiternutzung als Kleider. Dieses Resultat bestätigt auch die von uns initiierte Ökobilanz zur Weiterverwendung und Recycling von Kleidern.

Nachhaltige Verwertung von Textilien
Nachhaltige Verwertung von Textilien

Kooperation mit Tell-Tex

In 503 unserer Verkaufsstellen sind Sammelcontainer für Kleider und Schuhe der Firma Tell-Tex platziert. Tell-Tex ist eine gemeinnützige Textil-Sammelorganisation und stellt sicher, dass die Bekleidungsstücke fachmännisch gesammelt, sortiert und verwertet werden. Der Erlös aus der Nutzung der eingeworfenen Kleidungsstücke fliesst unter anderem an die Coop Patenschaft für Berggebiete. Aus dem Erlös der Kleidersammlung konnte sie 2016 Schweizer Bergbauern mit CHF 514'517.– unterstützen.

Zudem haben Bergbauern die Möglichkeit, kostenlos neuwertige Bekleidung aus der Kleidersammlung zu bestellen. 2016 wurden 354 kostenlose Kleiderpakete an Bergbauern in der Schweiz versandt.

Dank der Kooperation mit Tell-Tex erreichen wir eine fast flächendeckende Rücknahmemöglichkeit für Textilien in unseren Filialen und unterstützen damit wichtige soziale Projekte.

Forschungsprojekte

Mit unseren Eigenmarken im Textilbereich möchten wir Nachhaltigkeits-Innovationen entlang des ganzen Lebenszyklus der Textilien schaffen und Massnahmen in den relevanten Bereichen umsetzen, wo sie nicht nur gut klingen, sondern einen tatsächlichen, nachhaltigen Mehrwert schaffen.

Roundtable Texcycle

Eine Herausforderung in der Weiterverwertung von Textilien ist deren Recyclingfähigkeit. Viele Textilprodukte sind aus verschiedenen Fasern zusammengesetzt (zum Beispiel aus 98 Prozent Baumwolle und 2 Prozent Elastan). Diese Mischfasern werden auch aufgrund des Tragekomforts, der Qualität und Langlebigkeit eines Produktes eingesetzt und können deshalb nicht einfach ersetzt werden.

Aus diesem Grund unterstützen wir das Forschungsprojekt «Texcycle», Dieses welches von der Hochschule Luzern und Texaid durchgeführt wird.  In diesem Projekt werden die Prozesse der Altkleider-Aufbereitung analysiert und optimiert mit dem Ziel, Textil-Kreisläufe zu schliessen oder durch Upcycling und Recycling von Textilien nachhaltiger zu gestalten.

Ökobilanz zu Textilrecycling

In Zusammenarbeit mit Quantis und der Kooperation der Schweizer Textilsammler haben wir eine Ökobilanz zur Sammlung und Weiterverwertung von Textilien nach der Textilsammlung durchgeführt.

Grundsätze und Themen