Unser Detox-Commitment mit Greenpeace

Gemeinsam mit Greenpeace setzen wir uns für eine giftfreie Zukunft der Textilproduktion ein. Wir haben klare Regeln für unsere Lieferanten aufgestellt, welche die Umstellung auf ungefährliche Chemikalien im Rahmen realistischer Terminpläne vorantreiben. Die schädlichsten Chemikalien werden dabei vorrangig behandelt.

Im Jahr 2013 haben wir als erstes Schweizer Unternehmen das Detox-Commitment unterzeichnet und für dessen Erfüllung bereits viel erreicht. 2015 bezeichnet uns Greenpeace in Ihrem Zwischenbericht deshalb als «Trendsetter» im Bereich giftfreie Textilien. Dies ist für uns Bestätigung und Motivation zugleich. Auch in den nächsten Jahren ergreifen wir weitere wichtige Massnahmen, um unsere konventionellen Textilien noch nachhaltiger zu produzieren.

Zur Erfüllung des Detox-Commitment für eine saubere Textil- und Lederproduktion arbeiten wir in diesen fünf Massnahmenbereichen:

1. Richtlinie Textil und Leder

Im November 2013 haben wir die Richtlinie Textil und Leder verabschiedet, welche die sozialen, ökologischen und toxikologischen Mindestanforderungen sowohl beim Anbau der Textilrohstoffe als auch bei der weiteren Verarbeitung regelt und die Transparenz der Lieferketten verbessert.

Zum Detox-Commitment von Coop und Greenpeace

2. Negativliste für den Einsatz von Chemikalien

Wir haben die Chemikalien in einer Negativliste zusammengefasst, die in der gesamten Lieferkette für unsere Textil-Eigenmarken spätestens ab 2020 nicht mehr eingesetzt werden dürfen (Manufacturing Restricted Substances List, MRSL). Die Sammlung deckt alle elf Stoffgruppen ab, die Greenpeace als gefährlich einstuft, und wird regelmässig überarbeitet. Unsere Geschäftspartner sind verpflichtet, sich an diese Negativliste zu halten und bei ihrer Textilproduktion auf ungefährliche Chemikalien umzustellen.

Zur Negativliste Chemikalien

3. Messung und Veröffentlichung von Umweltdaten

Wir lassen bei unseren Textillieferanten Umweltdaten erheben, um zu überprüfen, ob sie die Anforderungen eingehalten haben, und um den jährlichen Fortschritt zu dokumentieren. Dabei achten wir vor allem auf die sogenannten Ausrüster – also Färbereien und Druckereien. Dort werden beispielsweise Abwasser und Schlamm von externen Auditunternehmen auf die unerwünschten Chemikalien der Negativliste überprüft.

Veröffentlichung auf der IPE-Datenbank

Die Ergebnisse dieser Umwelttests unserer wichtigen Lieferanten sollen in die Datenbank des Institute of Public and Environmental Affairs (IPE), einer Partnerorganisation von Greenpeace, aufgenommen werden. Ziel ist es, bis Ende 2016 die Daten von 80 Prozent unserer Ausrüster öffentlich zugänglich zu machen. 2014 konnten wir die Umweltdaten der ersten beiden Betriebe veröffentlichen. Für 2015 und 2016 ist jeweils die Veröffentlichung der Daten von vier weiteren Betrieben geplant. Dies braucht viel Überzeugungskraft. Durch die Neupositionierung unseres Eigenmarken-Sortiments arbeiten wir heute bewusst mit weniger Ausrüstern zusammen.

Unterstützung vor Ort

Wir werden die Lieferanten bei der Umstellung betreffend Chemikalien kontinuierlich begleiten und sie in Zukunft mit Trainingsangeboten noch stärker sensibilisieren und unterstützen. Die wichtigste Schnittstelle zwischen unseren Fachexperten und unseren Lieferanten ist dabei die Coop-Tochter Eurogroup Far East in Hongkong. Ihre Mitarbeitenden stehen im Austausch mit den Lieferanten und motivieren sie für ein Engagement zur Reduktion gefährlicher Chemikalien.

Zur IPE-Datenbank

4. Testkampagnen auf Produktebene

Wir führen für unser Textilsortiment regelmässig Stichproben durch und testen so die Produkte auf gefährliche Chemikalien. Hier die Protokolle der letzten Tests.

Bericht Prüfkampagne Herbst 2013 (50 Proben von 24 Lieferanten)

Bericht Prüfkampagne Frühjahr 2014 (52 Proben von 32 Lieferanten) 

Bericht Prüfkampagne Herbst 2014 (87 Proben von 39 Lieferanten)

Bericht Prüfkampagne Herbst 2015 (50 Proben von 33 Lieferanten)

5. Arbeitsgruppe Textil und Leder und Fachteam Chemie

In unserer Arbeitsgruppe Textil und Leder tauschen wir uns mindestens viermal pro Jahr über Fortschritte und Herausforderungen bei der Umsetzung der Richtlinie aus und leiten notwendige Massnahmen ab. Sie setzt sich aus Spezialisten aus Einkauf, Qualitätssicherung, Nachhaltigkeit und der Eigenmarke Naturaline zusammen. In unserem Fachteam Chemie diskutieren Mitarbeitende mit naturwissenschaftlicher Ausbildung Themen wie Chemikalieneinsatz, Umweltdaten der Lieferanten, Erarbeitung der Negativliste sowie Durchführung und Auswertung der Testkampagnen auf Produktebene.

6. Zusammenarbeit mit anderen Marken und Anbietern

Im Oktober 2015 sind wir dem Zero Discharge of Hazardous Chemicals Programm (ZDHC) beigetreten. Gemeinsam mit anderen Detailhändlern und Markenanbietern wollen wir so neue Umweltstandards in der globalen Textil-, Leder- und Schuhindustrie etablieren. Diese Industrien sind global stark verflochten und wir sind daher überzeugt, dass die aktive Eliminierung gefährlicher Chemikalien nur durch eine entsprechende Kooperation erreicht werden kann.

Mehr über die ZDHC

7. Weitergehende Verantwortung: nachhaltige Qualität und Wiederverwertung

Wir möchten, dass Kleidungsstücke möglichst lange getragen werden können. Mit den biologisch und fair hergestellten Textilien unserer Eigenmarke Naturaline setzen wir mit nur zwei Kollektionen im Jahr ein Zeichen gegen «Fast Fashion». Durch das zeitlose Design und unsere hohen Qualitäts- und Produktionsstandards bereiten die Modelle lange Freude. Viele der Kleider, die in den Sammelcontainern unserer Verkaufsstellen abgegeben werden, werden als Kleidungsstücke weitergenutzt. Erst am Ende ihrer Lebensdauer werden sie professionell recycelt. Der Erlös der Textilsammlung kommt den sozialen Projekten der Coop Patenschaft für Berggebiete zu Gute.

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