Naturaplan Projekte

Nandan Singh produziert indischen Naturaplan Bio-Reis für die Schweiz

In der Schweiz kann man fair gehandelten Naturaplan Bio-Reis in jedem Coop finden. Soweit, so bekannt. Aber wie sieht die Produktion vor Ort aus? Wir haben uns am Fusse des Himalaya bei der Familie Singh umgeschaut, wie sich fairer Handel auf den Lebensalltag der Menschen auswirkt.

Reis als Existenzgrundlage

Bio-Reisbauer Nandan Singh
Kanäle sorgen für die richtige Bewässerung der Reisfelder

Bei Tagesbeginn liegt noch eine Nebeldecke über den grünen Reisfeldern. In einer Hütte am Berghang auf 2 000 Meter Höhe wohnt Reisbauer Nandan Singh zusammen mit seiner Grossfamilie. Über dem Feuer hängen verschiedene Töpfe – wie so häufig gibt es heute zum Frühstück ausser Reis noch Linsencurry und Fladenbrot. «Reis bedeutet für uns Leben», erklären alle Familienmitglieder übereinstimmend während des Essens. Die Reisproduktion ist die wichtigste Einnahmequelle der Region, und auch die Familie Singh lebt vom Reisbau. 2011 begannen die Menschen im Nainital, auf Bio-Reisanbau umzusteigen. Coop unterstützte sie – gemeinsam mit der zu Coop gehörenden Reismühle Brunnen und der Hilfsorganisation Helvetas – in der schwierigen Zeit der Umstellung. 

Die chemischen Hilfsmittel haben viel Schaden angerichtet, sowohl bei unserer Gesundheit als auch bei unserem Land und unseren Tieren.

Nandan Singh

Auch Nandan Singh macht mit beim Projekt, nachdem er früher noch chemische Hilfsmittel eingesetzt hat, wie er fast entschuldigend verrät. Er führt weiter aus, dass diese bei ihrer Gesundheit, ihrem Land und ihren Tieren viel Schaden angerichtet hätten. Doch Singh ist, wie seine drahtige Gestalt unterstreicht, zäh und willensstark.

Bio-Anbau verlangt vollen Einsatz

Bio-Reisbauer Nandan Singh
Nandan Singh, Bio-Reisbauer

Diese Ausdauer und Kraft beweist Singh bei seiner täglichen Arbeit: Er jätet die Felder von Hand oder mit einem einfachen Jätgerät. Danach werden die Äcker mit Mist und Kompost gedüngt; gegen schädliche Insekten müssen Fallen aufgestellt werden. Beim Nassreisanbau müssen in der Regenzeit zudem die Kanäle überwacht werden. Dort fliesst überschüssiges Wasser ab. In der Trockenzeit wiederum wird das Wasser vom Fluss zu den Feldern geleitet. Bei all diesen Massnahmen werden Singh und die anderen einheimischen Bauern durch Mitarbeitende von Helvetas vor Ort beraten und erhalten regelmässig Weiterbildungen.

Viele Veränderungen zum Besseren

Bio-Reisbauer Nandan Singh
Reisfelder im Nainital

Verdienter Lohn für Singhs Mühen ist eine reiche, hochwertige Ernte. Durch alternative Anbautechniken kann er zudem den Wasserverbrauch erheblich senken. Neben Reis pflanzt der Bauer seit Kurzem auch Gemüse, Kartoffeln und Hülsenfrüchte an, was ihm eine bessere Selbstversorgung sichert und gleichzeitig wegen der Fruchtfolge die Bodenfruchtbarkeit steigert. Die lokalen Reismühlen sind ebenfalls nach den Bio Suisse Richtlinien umgerüstet worden, sodass sein Bio-Reis direkt in die Schweiz geliefert werden kann. Der faire Handel gemäss den Richtlinien von Max Havelaar gewährleistet den Reisproduzenten im Bundesstaat Uttarakhand zusätzlich zum Aufpreis für die Bio-Qualität faire, existenzsichernde Preise. So werden die Bauern direkt mit den Konsumenten verbunden, und am Schluss bleibt mehr für sie übrig. 

Investitionen in die Zukunft

Bio-Reisbauer Nandan Singh
Besprechung der Bio-Reisbauern und -Bäuerinnen

Die Kooperative, in der die Bauern organisiert sind, erhält zusätzlich eine Fair-Trade-Prämie. Dieses Jahr wird darüber abgestimmt, ob sie für die Anschaffung neuer Ackergeräte oder den Ausbau des Kanalsystems eingesetzt werden soll. Aber egal, wie entschieden wird: Die Gemeinschaft um Singh ist froh, durch die Zusammenarbeit mit der Reismühle Brunnen einen zuverlässigen Handelspartner zu haben, der ihnen eine langfristige und faire Perspektive garantiert. Zu dieser Partnerschaft gehören auch die Schweizer Konsumenten: Mit ihrem bewussten Einkauf stärken sie den Bio-Landbau und den fairen Handel und sichern so die Lebensgrundlage von Familien wie der von Singh.