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Der Schweizer Getreidezüchter Peter Kunz hat neue Massstäbe gesetzt

Getreide ist nicht gleich Getreide. Auch im biologischen Anbau werden ständig neue Sorten entwickelt, die sich den veränderten Bedingungen anpassen. Ein Schweizer Getreidezüchter hat auf diesem Feld eine wichtige Position eingenommen.

Getreidezüchter Peter Kunz
Herbert Völkle und Peter Kunz

Getreide ist heutzutage dank seiner vielfältigen Verwendung das weltweit wichtigste Grundnahrungsmittel. So enthält zum Beispiel jedes dritte Lebensmittel, das wir kaufen, in irgendeiner Form Weizen. Der weltweite Saatgutmarkt für Getreide liegt jedoch fast ausschliesslich in den Händen von ein paar wenigen multinationalen Unternehmen. Um deren Vormachtstellung entgegenzuwirken und die genetische Vielfalt der Getreidesorten zu erhalten, begann Peter Kunz mit der biologischen Pflanzenzüchtung. Mit einem kleinen Hobbybetrieb startete er vor über 30 Jahren unter anderem mit der Züchtung von Weizen, der sich speziell für den biologischen Anbau in der Schweiz eignet. Dafür brauchte er kein Labor, sondern neben viel Geduld nur eine Pinzette, mit der er den Pollen von der Vater auf die Mutterpflanze übertrug. Aufgrund der hervorragenden Backqualität der Sorte Wiwa, die er 1990 als Kreuzung angelegt hatte, konnte er schliesslich einen Massstab für neue Sortenkandidaten setzen. 

Infografik: Von der Linie bis zur Sorte
Getreidezüchter Peter Kunz
Nachgewiesene Qualität: Getreideproben des Vereins für Kulturpflanzenentwicklung

Im Jahr 2000 gründete Kunz schliesslich den gemeinnützigen Verein «Getreidezüchtung Peter Kunz». Auf seinem Weg unterstützten ihn Coop, diverse Stiftungen und viele private Spender finanziell. So konnte er seinen Betrieb systematisch ausbauen und eine Infrastruktur schaffen, die einen wirtschaftlichen Betrieb ermöglicht.

Bei der Biozüchtungsfirma Sativa werden die gezüchteten Getreidesorten vermehrt und in der Folge als Bio-Saatgut vermarktet. Mittlerweile haben diese Sorten einen Anteil von ca. 50 Prozent am Schweizer Bio-Weizen erreicht. Unter anderem dank Wiwa, der wichtigsten Sorte in der Schweiz. Jährlich werden speziell für Coop ca. 800 Tonnen produziert, die dann bei Coop in Form von Naturaplan-Brot über den Ladentisch gehen.

Getreidezüchtung als alternativer Erfolgsfaktor

Naturaplan-Getreidezüchter Peter Kunz
Peter Kunz, Gründer Getreidezüchtung Peter Kunz, Verein für Kulturpflanzenentwicklung

Weizen stellt hohe Ansprüche an den Boden, insbesondere an die Nährstoffversorgung. Gemäss den Bio-Richtlinien wird nur mit natürlichen Mitteln wie Mist oder Kompost gedüngt und auf chemisch-synthetische Hilfsmittel verzichtet. Das verringert den Ertrag und erhöht das Risiko von Ernteausfällen bei einem Schädlingsbefall. Biologische Züchtungen wie die von Peter Kunz gewährleisten hingegen auch unter diesen Anbaubedingungen eine gute Qualität und einen hohen Ertrag. Das macht sie so wertvoll. Neben den strengen Bio Suisse Richtlinien erfüllt die Getreidezüchtung Peter Kunz auch die Anforderungen von Demeter an die biologisch-dynamische Landwirtschaft. Jährlich bringt Demeter etwa zwei Sorten heraus, die von den Bio-Bauern ausgesät werden.

Die nächste Generation Bio-Pioniere

Getreidezüchter Peter Kunz
Herbert Völkle, Geschäftsführung Getreidezüchtung Peter Kunz, Verein für Kulturpflanzenentwicklung

Kunz selbst hat Pionierarbeit auf dem Gebiet der Bio-Landwirtschaft geleistet und war über viele Jahre aktiv. Vor zwei Jahren trat der ausgebildete Ingenieur Agronom im Alter von 60 Jahren in die zweite Reihe zurück. Doch seine Philosophie wird vom Team um Geschäftsführer Herbert Völkle nahtlos weitergeführt. «Wir sind klar gegen Gentechnik und stehen für ganzheitliche Pflanzenzucht», erklärt der gelernte Landwirt Völkle. Coop unterstützt die biologische Getreidezüchtung bereits seit über zehn Jahren und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum nachhaltigen Getreideanbau in der Schweiz. Auch dadurch kommt Coop dem immer grösser werdenden Kundenwunsch nach biologisch hergestellten Lebensmitteln nach.