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Slow Food

Farina bóna / Farina sec’a

 

 

Das Popcorn des 19. Jahrhunderts.

Beim Farina bóna handelt es sich um ein Mehl aus gerösteten, fein gemahlenen Maiskörnern. Die letzte Meisterin des Farina bóna war die als Nunzia bekannte Annunziata Terribilini aus Vergeletto (1883–1958). Sie röstete die Maiskörner so lange in einer Pfanne, bis sie zerplatzten, und mahlte sie dann zu feinstem Mehl. Da durch das Platzen eine Art Hahnenkamm entstand, wurden die Maiskörner Hähne («ghèl») genannt. Mit diesem Popcorn des 19. Jahrhunderts verwöhnte Nunzia gerne die Nachbarskinder, die vor der Schule bei ihr vorbeischauten, um sich ihre Hosentaschen mit Ghèl vollzustopfen.

Das Geheimnis liegt in der Mahlung.

Ihren besonderen Geschmack erhält das Farina bóna durch die spezielle Röstung und die feine Mahlung der Maiskörner, bei der eine Wassermühle mit speziellen Mühlsteinen zum Einsatz kommt. Das Farina bóna gehört zum kulturellen Erbe des Onsernone- Tals im Tessin, wo es im Jahr 1800 erstmals hergestellt wurde. Am besten entfaltet das Farina bóna sein Aroma, wenn man es roh verwendet. Es ist jedoch auch für die Herstellung von Suppen oder Süssspeisen geeignet.

Das Mehl heute.

Anlässlich der Schaffung dieses Förderkreises wurden weitere aus Farina bóna hergestellte Produkte entwickelt. Derzeit gibt es Glace, Grissini, Bier und Biscuits aus Farina bóna. Ziel des Förderkreises ist es, an den früheren Erfolg und den Ruhm des Farina bóna anzuknüpfen, ihm in der gesamten Schweiz zu Bekanntheit zu verhelfen und gleichzeitig die Wirtschaft, die Landwirtschaft und den Tourismus im Onsernone- Tal, das zu den ärmsten Tälern des Kantons zählt, anzukurbeln.

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