Gut essen – auch mit Diabetes

Diabetes mellitus, im Volkstümlichen auch «Zuckerkrankheit» genannt, ist eine Stoffwechselstörung. Sie verursacht einen erhöhten Zuckerspiegel im Blut, was über die Jahre ohne Behandlung schwerwiegende Folgen haben kann. Auch wenn Betroffene auf ihre Ernährung achten müssen, steht einer genussvollen und den individuellen Bedürfnissen entsprechenden Ernährung nichts im Wege.


Wenn der Zucker im Blut bleibt

Es gibt zwei Arten von Diabetes. Diabetes Typ 1 tritt oft bei jungen Menschen auf. Hier kann der Körper zu wenig oder kein Insulin mehr produzieren. Die Betroffenen müssen Insulin spritzen oder es mittels Insulinpumpe zuführen.
Diabetes Typ 2 betrifft vorwiegend ältere Menschen und Personen mit Übergewicht. In der Schweiz sind rund 300'000 Personen von Diabetes mellitus Typ 2 betroffen (Stand 2006). Aufgrund unseres üppigen Lebensstils mit wenig Bewegung sind jedoch auch immer mehr übergewichtige Kinder und Jugendliche vom Diabetes Typ 2 betroffen. Aber auch genetische Faktoren spielen eine Rolle. Mit einer ausgewogenen, leichten Ernährung und genügend Bewegung ist es möglich, die Krankheit in den Griff zu bekommen. Notfalls ist es notwendig, sie mit Tabletten zu behandeln.

Die Ursachen
Bei Diabetes spielt die Kohlenhydrat-Verdauung eine besondere Rolle. Kohlenhydrate (Oberbegriff für die verschiedenen Zuckerarten) sind Hauptenergielieferanten. Der Organismus spaltet die Kohlenhydrate aus der Nahrung in einzelne Zuckerteile auf. Bei Menschen mit Diabetes kann der Körper den Zucker jedoch nicht mehr richtig verarbeiten. Für den Transport des Zuckers aus dem Blut in die Zellen sorgt normalerweise das Hormon Insulin. Ist dieser Vorgang gestört, weil der Körper zu wenig oder gar kein Insulin produziert oder die Wirksamkeit des Insulins abnimmt, bleibt der Zucker im Blut.

Die Folgen
Da ein erhöhter Blutzuckerspiegel über viele Jahre nicht oder kaum spürbar ist, leben viele Betroffene mit Diabetes Typ 2, ohne dies zu wissen. Entsprechende Symptome werden häufig erst spät erkannt. Die Betroffenen sind oft müde, haben einen ausgetrockneten Mund, sind oft sehr durstig und müssen häufig zur Toilette. Zugleich kann es zu einem raschen und deutlichen Gewichtsverlust kommen. Klarheit bringt ein Arztbesuch.
Ein über Jahre unbehandelter Diabetes kann zu Langzeitschäden vor allem an Augen und Nieren führen, aber auch zu Erkrankungen des Nervensystems und zu Herz-Kreislaufbeschwerden wie etwa einem Herzinfarkt.

Damit die Umsetzung gelingt

  • Achten Sie auf eine angepasste Kalorien- und Fettzufuhr und bauen Sie bestehendes Übergewicht ab.
  • Essen und bewegen Sie sich regelmässig.
  • Bevorzugen Sie nahrungsfaserreiche Kohlenhydrate (z. B. Vollkornprodukte) und essen Sie diese über den Tag verteilt.
  • Geniessen Sie Alkohol massvoll und am besten zu den Mahlzeiten.
  • Wenden Sie sich bei Fragen oder Unklarheiten an Ihren Arzt oder Ihre Ernährungs- oder Diabetesberaterin.

Sinnvolle Zwischenmahlzeiten

  • Eine Hand voll Früchte. Bei Trauben, Kirschen und Bananen auf die Menge achten.
  • Gemüsestiks mit Quarkdip
  • Naturjogurt oder Quark – mit Früchten kombiniert
  • Ein Glas Milch
  • 1 Stück (Vollkorn-)Brot mit Käse, Tomaten oder Schinken

Die wichtigsten Tipps in Kürze

  • Optimale Ernährung bei Diabetes Typ 2

    Damit das Risiko für einen Diabetes Typ 2 verringert werden kann, sollte ein optimales Körpergewicht beibehalten bzw. angestrebt werden. Tägliche Bewegung sollte nicht fehlen.

    Grundsätzlich gelten auch bei Diabetes die Empfehlungen einer gesunden Ernährung nach der Schweizer Lebensmittelpyramide. Aber natürlich müssen Diabetiker bewusster auf die Ernährung achten, als Nicht-Diabetiker. Dabei ist auf eine angepasste Kohlenhydratzufuhr zu achten. Zu den Kohlenhydrat-Quellen gehören stärkehaltige Nahrungsmittel (Kartoffeln, Reis, Teigwaren, Brot, Flocken, Hülsenfrüchte), aber auch Süssigkeiten, Früchte, Milch und Milchprodukte wie z. B. Jogurt.

    Bei Fragen und Unklarheiten unterstützen Sie Diabetes- und Ernährungsberater/innen gerne. Diese können Sie individuell beraten.

  • Darf ein Diabetiker «normalen» Zucker essen?

    Falls die Stoffwechsellage stabil ist, steht dem Konsum von Zucker/zuckerhaltigen Lebensmitteln nichts im Wege. Klar ist, dass Zucker auch dann nicht im Übermass konsumiert werden sollte und am besten zu oder nach einer Hauptmahlzeit.

    Light-Produkte können, sofern massvoll konsumiert, sinnvoll sein. Denn je mehr «reiner» Zucker konsumiert wird, desto rasanter steigt der Blutzucker an.
    Auch Süssstoffe können, ebenfalls massvoll eingesetzt, gute Zuckeralternativen sein, die beim Backen oder Kochen eingesetzt werden können.

  • Sind Diabetikerprodukte sinnvoll?

    Menschen mit Diabetes benötigen keine speziellen Nahrungsmittel, weshalb spezielle Diabetikerprodukte unnötig sind.

    Das Foodprofil auf der Rückseite der Coop Eigenmarkenprodukte macht es Ihnen einfach, den Kohlenhydrat- und Zuckergehalt in den Produkten pro 100 g sowie pro Portion zu erfassen.

  • Welche Angaben im Foodprofil sind für mich als Diabetiker wichtig?

    Auf der Rückseite der Coop Eigenprodukte finden Sie im Foodprofil die Informationen, die für Menschen mit Diabetes wichtig sind. Kohlenhydrat- und Zuckergehalt pro 100 g sowie pro Portion, da eine Portion nur selten 100 g entspricht. Wichtig ist es, dass Sie die angegebenen Portionengrössen berücksichtigen.

    Beachten Sie, dass der angegebene Zuckergehalt auf dem Foodprofil dem zugesetzten und dem natürlich enthaltenen Zucker zusammen entspricht. Beim Jogurt z. B. wird der zugesetzte Zucker sowie der Milchzucker kombiniert angegeben.



Die Menge an Nährstoffen, die Sie mit einer Portion zu sich nehmen, zeigt Ihnen das Foodprofil, die Nährwertkennzeichnungen von Coop.


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