Faszination Fasten

Unsere Vorfahren der Steinzeit haben sich diesem Prozess wohl eher unfreiwillig unterzogen, heutzutage erlebt das Fasten aber einen wahren Boom. Denn der ganze oder stark eingeschränkte, freiwillige Nahrungsverzicht über bestimmte Perioden weckt neue Körper- und Sinneswahrnehmungen.

Geschichte des Fastens

Nach dem genussvollen Verzehr eines Mammuts war eine längere Periode des Nahrungsmangels bei unseren Vorfahren der Steinzeit keine Seltenheit. Schon damals musste der menschliche Körper lernen längere Zeiten ohne Nahrung möglichste unversehrt zu überstehen. Auch der Arzt Hippokrates hat bereits in der Antike das Fasten bei seinen Patienten eingesetzt. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Fasten als Medizin wiederbelebt, unter anderem auch von Dr. Med. Otto Buchinger. Seine Fastenmethode ist noch heute eine der gängigsten angewandten Modelle.

Fasten in der Religion
Das Fasten hat auch in verschiedenen Religionen Tradition. Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit der Christen. Dabei entscheidet jeder selbst, auf was er während den 40 Tagen vor Ostern verzichten möchte. Meistens sind es Genussmittel wie Schokolade oder Alkohol, aber auch auf Fleisch, oder das Auslassen ganzer Mahlzeiten kann gefastet werden. Das Ramadanfasten im Islam, bei welchem über einen Monat jeweils von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang auf jegliche Getränke und Speisen verzichtet wird, ist wohl das strengste religiöse Fastenritual. Im Judentum wird am Versöhnungstag Jom Kippur gefastet. Während gläubige der orthodoxen Kirche vier Mal im Jahr fasten, haben Buddhisten kein festes Fastenritual, welches zu einer bestimmten Zeit ausgeführt wird. Sie verzichten als Vorbereitung auf die Meditation.

Ziele des Fastens

Ein Ziel, welches alle Formen des Fastens gemein haben, sind neue körperliche und seelisch-geistige Erfahrungen und Wahrnehmungen wie beispielsweise sich einmal bewusst mit dem Nahrungsverzicht und dessen Einfluss auf den Körper auseinandersetzen. Die Sinneswahrnehmung des Schmeckens kann zum Beispiel somit wieder geschärft werden. Ebenso werden eigene Fähigkeiten entdeckt für eine längere Zeit ohne Nahrung auszukommen, in Zeiten einer fortschreitenden Konsumgesellschaft standhaft zu bleiben und Möglichkeiten zu erkennen, das Ernährungsverhalten dauerhaft anzupassen. Für viele wird es als eine Reinigung oder innere Entgiftung wahrgenommen. Ausserdem ist der mögliche Gewichtsverlust für einige Fastenden eine wünschenswerte Begleiterscheinung.

Was passiert im Körper beim Fasten?

Damit das Fasten überhaupt erfolgreich durchgeführt werden kann, benötigt der Fastende vor allem viel Eigenmotivation. Zudem sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von mindestens 2,5 L pro Tag geachtet werden.

Während des Fastens verändert sich der Stoffwechsel. Da der Körper keine oder wenig Energie durch die aufgenommene Nahrung beziehen kann, muss er andere Wege finden die Aufrechterhaltung der täglichen Stoffwechselprozesse zu erhalten. Im Gegensatz zur Energiegewinnung aus Kohlenhydraten fängt der menschliche Körper nun an vermehrt Fette abzubauen. Bei diesem Übergang kann es vorkommen, dass ein "Fasten-High", eine Welle euphorischer Gefühle, erlebt wird. Zudem werden die Zellerneuerung und andere Zellprozesse angeregt.

Studien deuten auf positive Effekte des Fastens hin. Dabei müssen jedoch verschiedene Punkte berücksichtigt werden wie beispielsweise die Art des Fastens oder die Dauer des Fastens. Positive Schlussfolgerungen bezüglich Krankheitssymptomen können nicht pauschal durchs Fasten abgeleitet werden. Oftmals passieren durch eine Fastentherapie noch weitere Lebensstilveränderungen, welche positive Auswirkungen auf Körper, Geist und Seele mit sich bringen können.

Formen des Fastens

Es gibt verschiedene Formen und Arten von Fasten. Generell kann zwischen dem Medizinischen Fasten und dem Intervallfasten unterschieden werden. Beim medizinischen Fasten sollte man von ausgebildetem Personal angeleitet und begleitet werden. Die Gesundheit respektive eine Krankheit stehen im Mittelpunkt der Behandlung. Das nicht medizinische Fasten wird unter Eigeninitiative durchgeführt. Hier stehen Selbsterfahrungen oder eine Kalorienreduktion im Mittelpunkt.

Intervallfasten
Intervallfasten ist der Verzicht auf Nahrung in bestimmten Intervallen, welche von Perioden normaler Nahrungsaufnahme unterbrochen sind.

16/8-Modell
Hier wird das gewohnte Essverhalten durch 18 stündige Fastenphasen unterbrochen. Entweder wird das Abendessen oder das Frühstück ausgelassen und über die Nacht hinweg auf die Nahrungsaufnahme verzichtet.

Alternate-day-fasting
Hier wird abwechselnd je ein Tag mit keiner oder einer minimalen Kalorienzufuhr gefastet und ein Tag ohne Einschränkung gegessen.

5:2 Fasten
Während an fünf Tagen der Woche normal gegessen wird, wird an zwei Tagen eine minimale Kalorienzufuhr angestrebt ohne kohlenhydrathaltige Lebensmittel wie Pasta, Kartoffeln, Brot oder Zucker.

Heilfasten
Hier wird während 5 Tagen bis 5 Wochen ganz auf die feste Nahrungsaufnahme verzichtet. Als Flüssigkeiten können, je nach Modell, Wasser, Tee, Molke oder Gemüsebrühe aufgenommen werden. Das Heilfasten wird normalerweise mit regelmässigen Darmentleerungen und ausreichend Bewegung und Ruhe ergänzt. Beim Heilfasten wird zwischen Therapeutischem Fasten, Präventivem Fasten und Fasten für Gesunde unterschieden.

Für wen empfohlen/ für wen nicht

Fasten ist jedoch nicht für alle Personengruppen empfohlen. Kinder und Jugendliche, die noch im Wachstum sind, Schwangere und Stillende, untergewichtige Menschen und Menschen mit einer Essstörung sollten keine Fastenkur durchziehen. Bei Krankheiten oder körperlichen Dysfunktionen sollte vorher mit dem Arzt gesprochen werden.


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