Coop Nachhaltigkeit
Ökobilanzen – nachhaltiger Konsum
Ökobilanzen dienen dazu, alle wesentlichen Umweltauswirkungen von Gütern, Dienstleistungen oder Produktionsbetrieben zu erfassen und zu bewerten.
Coop liess von der ETH Zürich Ökobilanzen erstellen, um die Beschaffung der Rohstoffe ökologisch weiter zu verbessern und die Kundschaft transparent über die Umweltwirkung von Produkten zu informieren.
“Als Faustregel für den persönlichen Einkauf gilt: Saisonal konsumierte Nahrungsmittel aus biologischen Freilandkulturen schneiden in den drei Ökobilanzbereichen CO2-Äquivalente, Wasser und Land bei Weitem am besten ab.“
Franziska Stössel
Institut für Umweltingenieurwissenschaften, ETH
Studie zu nachhaltigem Konsum
Der Coop Fonds für Nachhaltigkeit finanzierte eine Studie zum nachhaltigen Konsum mit folgenden Zielen:
- Identifikation des ökologischen Verbesserungspotenzials in der Beschaffung
- Information für Kundinnen und Kunden als Entscheidungshilfe für einen nachhaltigen Konsum
ETH-Ökobilanzen
Um diese Ziele zu erreichen, sind Ökobilanzen ein wichtiges Instrument.
Die Ökobilanzen wurden vom Institut für Umweltingenieurwissenschaften der ETH Zürich unter der Leitung von Stefanie Hellweg, Professorin für Ökologisches Systemdesign, erstellt. Der Untersuchungs-Schwerpunkt lag bei Früchten und Gemüse.
Die Analyse beschränkte sich nicht nur auf den Klimaeffekt durch CO2-Emissionen. Weitere Indikatoren für die Umweltverträglichkeit der Produkte wie Landverbrauch und Wasserbedarf wurden ebenfalls berücksichtigt.
Wasserbedarf und Landverbrauch
In den Berechnungen der Ökobilanzen wird der Wasserbedarf für den Anbau von Früchten und Gemüse gewichtet und mit dem lokalen “Wert“ des Wassers verglichen.
Auch der Landverbrauch wird berücksichtigt: Dabei fliesst nicht nur die Anbaufläche in die Berechnung ein, sondern auch der Landverbrauch für die Transportwege und die Treibstoffproduktion.
Transport und Anbau
Gedeihen Pflanzen in einem geheizten Treibhaus, verlagert sich der Schwerpunkt der Umweltbeeinträchtigung vom Transport auf den Anbau. So verursachen etwa Rosen aus dem warmen Kenia oder aus Ecuador, die per Luftfracht in die Schweiz gelangen, trotz des transkontinentalen Flugs geringere CO2-Emissionen als Schnittblumen aus beheizten holländischen Gewächshäusern.
Coop stellte bei Rosen zudem bereits vor Jahren vollständig auf Fairtrade-Produktion um. Diese sinnvolle Partnerschaft mit dem Süden soll weitergeführt werden.
Entscheidung über die Beschaffung
Die Ökobilanzen zeigen wichtige Ansatzpunkte für weitere ökologische Verbesserungen in der Beschaffung. Die wichtigsten Erkenntnisse fasste Coop als Faustregeln für den Einkauf zusammen als einfaches Entscheidungsinstrument. Erste Massnahmen, z.B. der Verzicht auf Aktionen mit Spargeln, die per Flugzeug importiert werden, wurden bereits umgesetzt.
Die Grenzen des Instruments
Neben zahlreichen Erkenntnissen zeigten die Studien auch, dass es mit Ökobilanzen heute noch nicht möglich ist, einzelne Produkte umfassend ökologisch zu beurteilen. Dafür fehlen wichtige Grundlagen wie eine standardisierte Methodik und genauere Basisdaten, die jeweils für jedes Produkt separat erhoben werden müssten. Entscheidende Umweltwirkungen, z.B. die Artenvielfalt, können nicht richtig abgebildet werden. Coop verzichtet deshalb zurzeit auf die Information der Umweltbelastung pro Produkt.
Studie zur Erweiterung der Ökobilanzen
Das FiBL (Forschungsinstitut für biologischen Landbau) forscht zusammen mit der ETH und esu-services weiter. Coop hat mit Mitteln aus dem Fonds für Nachhaltigkeit eine Studie in Auftrag gegeben, damit die Nachhaltigkeitsaspekte des Biolandbaus in Ökobilanzen von Lebensmittel besser abgebildet werden können. Heutige Ökobilanzen zeigen sowohl bezüglich der Datenlage als auch der Methodik zur Beurteilung von Umweltauswirkungen Defizite bei der Evaluierung von Bio Produkten. Besonders ausgeprägt ist dies z.B. in der Beurteilung der Artenvielfalt oder der Bodenfruchtbarkeit und Bodenqualität. Damit leistet Coop einen Beitrag, dass nachhaltige Leistungen in Ökobilanzen miteinfliessen.
Ökobilanz: Die Rechnung mit der Tomate
Umweltwirkung: Schweizer Tomate versus spanische Tomate.