Stoppt den Sexhandel mit Kindern & Jugendlichen

Stoppt den Sexhandel mit Kindern & Jugendlichen
The Body Shop schlägt im August 2009 ein neues Kapitel in der Geschichte der Kampagnen auf: In Zusammenarbeit mit unseren Partnern wollen wir den Sexhandel mit Kindern und Jugendlichen stoppen. Obwohl weltweit jedes Jahr mehr als 1,2 Millionen* Kinder und Jugendliche Opfer von Sexhandel werden, erhält dieses Thema in der Öffentlichkeit praktisch keine Aufmerksamkeit.
*UNICEF UK, 2007

Unsere „Stoppt den Sexhandel mit Kindern & Jugendlichen“-Kampagne dauert drei Jahre und wird in 64 Ländern vom kompletten The Body Shop Netzwerk getragen. Anita Roddick, unserer verstorbenen Unternehmensgründerin, lag es sehr am Herzen, dass dieser „moderne Sklaven-Handel“ an die Öffentlichkeit gebracht wird. Wir sind stolz darauf, ihr Erbe fortzusetzen und sind zuversichtlich, dass wir mit unseren Aktivitäten etwas bewegen können.
Was ist Sexhandel?
Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung findet statt, wenn jemand aufgrund von falschen Versprechungen oder Betrug von einem Ort an einen anderen gebracht wird, und dort sexuell ausgebeutet wird. Die Ausbeutung kann Prostitution, die Produktion von Pornografie oder Ähnliches beinhalten.

Fakten zum Sexhandel mit Minderjährigen
* 1.2 Millionen Minderjährige sind vom Sexhandel betroffen
* 1500 bis 3000 Menschen sind in der Schweiz Opfer von Menschenhandel, einige davon sind minderjährig
* Neben Drogen- und Waffenhandel ist der Menschenhandel das rentabelste illegale Geschäftsfeld
* Jedes Jahr werden mit Kinderhandel 8 Milliarden Franken umgesetzt
* Die Schweiz ist ein Transit- und Empfängerland

Was kann ich tun?
* TELL A FRIEND – MACHEN SIE IHRE FREUNDE UND BEKANNTEN AUF DIESEN „MODERNEN SKLAVENHANDEL“ AUFMERKSAM.
* Handcreme kaufen, erhältlich in sämtlichen The Body Shop Filialen. Mindestens CHF 5.- von jeder verkauften Handcreme gehen an unsere Partner Ecpat Switzerland und FIZ, die in der Prävention und Intervention von Sexhandel aktiv sind.
* Bei Verdacht von Menschen- oder Kinderhandel das FIZ kontaktieren.

Die „Soft Hands Kind Heart“ Handcreme – unser Fundraising-Produkt
Die limitierte „Soft Hands Kind Heart“-Handcreme ist viel mehr als nur eine Handcreme: Sie ist das Symbol für ein gutes Herz. Jeder Kauf unterstützt die Kampagne „Stoppt den Sexhandel mit Kindern & Jugendlichen“ und bietet die Möglichkeit, eine der grössten Menschenrechtsverletzungen des 21. Jahrhunderts, von der Kinder auf der ganzen Welt betroffen sind, zu beenden. Mindestens CHF 5.- von jeder verkauften Handcreme gehen im Rahmen der The Body Shop-Kampagne „Stoppt den Sexhandel mit Kindern und Jugendlichen“ an unsere Partner Ecpat Switzerland und FIZ, die in der Prävention und Intervention von Sexhandel aktiv sind.

Soft Hands Kind Heart Handcreme
Die Handcreme pflegt die Haut optimal. Sie enthält Zitrusnoten, fair gehandeltes Olivenöl sowie Engelwurzextrakt. Im Mittelalter haben Mütter ihren Kindern Amulette mit Engelwurz angelegt, um sie vor Bösem zu schützen.

Das Ausmass des Kinderhandels
Der Sexhandel mit Kindern und Jugendlichen ist per se kein neues Phänomen. Allerdings sind die geografischen Distanzen, die beim Transport zurückgelegt werden, und das Ausmass gigantisch. So stellt der Menschenhandel neben dem Drogen- und Waffenhandel das rentabelste illegale Geschäftsfeld dar. Von Experten wird der Umsatz pro Jahr auf 32 Milliarden Dollar geschätzt. Allein durch Kinderhandel werden jährlich 7 Milliarden Dollar umgesetzt.

Besonders gefährdete Kinder
In Gefahr sind besonders jene Kinder, die unter erhärteten sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen aufwachsen müssen. Armut, Geschlechter- und Rassendiskriminierung, fehlende Bildung, politische und wirtschaftliche Krisen, Korruption oder Naturkatastrophen bilden den Nährboden für Kinderhandel.

Ablauf des Sexhandels
Der Handel von Kindern und Jugendlichen in die sexuelle Ausbeutung würde nicht existieren, wenn es keine entsprechende globale Nachfrage gäbe. Der Ablauf des Sexhandels ist je nach Land unterschiedlich, dennoch sind drei Schritte typisch:
1. Beschaffung
Das Kind oder der Jugendliche wird aus seiner gewohnten Umgebung herausgerissen. Oftmals werden die Eltern von den Händlern getäuscht, indem sie ihnen und ihrem Kind ein besseres Leben in Aussicht stellen. In einigen Fällen sind Eltern auch so verzweifelt, dass sie ihre Kinder an Händler verkaufen.

2. Transport
Der Transport zu dem beabsichtigten Ziel ist für die Kinder oft sehr gefährlich und unbequem. Sie müssen sich in kleinste Verstecke zwängen, um nicht entdeckt zu werden. Werden sie gefunden, bestreiten die Händler jede Beziehung zu ihnen.

3. Ankunft
Bei der Ankunft am Zielort werden die Kinder und Jugendlichen oft misshandelt, geschlagen oder vergewaltigt, um sie gefügig zu machen. Die Kinder erleiden physische und psychische Verletzungen, sind aber zu verängstigt, um Hilfe zu suchen. Wenn sie versuchen zu fliehen, ist ihr Leben oder das Leben ihrer Familien in Gefahr. Auch von den Obrigkeiten und Behörden des jeweiligen Landes erhalten sie nicht immer sofort die nötige Unterstützung oder werden nicht als Opfer erkannt.

Kinder als anonyme Ware
Der Handel zu sexuellen Zwecken reduziert Kinder zu einer anonymen Ware, die auf dem illegalen Markt gekauft, verkauft, transportiert und wiederverkauft wird. Zwischen den Jahren 2003 und 2007 ist der Sexhandel von Minderjährigen von 15 auf 22 Prozent* angestiegen, das heisst, dass jeder fünfte gehandelte Mensch unter 18 Jahren alt ist. *UNODC 2009

Wer ist in den Sexhandel involviert?
Der Sexhandel ist ein riesiges Geschäft und die Profiteure sind zahlreich. Neben Anwerbern, Verkäufern und Abnehmern können auch Dokumentenfälscher, korrupte Beamte, Mitarbeiter von Transportfirmen, wissende oder unwissende Freier, Pädophile und teilweise auch Touristen in den Handel involviert sein. In manchen Fällen sind es auch Pesonen aus dem Bekannten- oder Familienkreis, die die Frauen und Mädchen anwerben, immer öfter sind auch Frauen unter den Täterinnen.

Wirtschaftskrise fördert minderjährige Sexhandel-Opfer
Eine in Bangkok vorgestellte Studie von The Body Shop und ECPAT International zeigt, dass die Wirtschaftskrise gravierende Folgen für minderjährige Opfer von Sexhandel haben könnte. So führen hohe Arbeitslosenquoten, steigende Lebensmittelpreise und die damit einhergehende Verschlechterung der Lebensumstände direkt zu einer Verschärfung der Lage für Kinder aus sogenannten Herkunftsländern: Ländern, aus denen Kinder zum Zweck der sexuellen Ausbeutung verschleppt oder auch verkauft werden. Um den finanziellen Unterhalt zu sichern, sind Familien immer häufiger gezwungen, ihre Kinder zu verkaufen. Die Kinder werden dadurch gefährlichen Situationen auszusetzt, welche Zwangsprostitution oder die Produktion von Kinderpornografie nicht ausschliessen.Weiter zeigt die Studie, dass Minderjährige nicht selten innerhalb eines Landes, etwa von ländlichen in urbane Regionen oder von einer in eine andere Stadt, gehandelt werden. Das Beschaffen von Reisedokumenten wird dadurch hinfällig, was das Geschäft der Menschenhändler vereinfacht. Anders als bislang angenommen, hätten laut den Verfassern der Studie eine Vielzahl der Menschenhändler denselben nationalen und ethnischen Hintergrund wie die Opfer, etwa Personen aus der Nachbarschaft oder Familienmitglieder.Gemäss der Studie sei ein weiterer negativer Effekt der Wirtschaftskrise, dass Freier weniger verdienen und deshalb auch weniger Geld für bezahlten Sex ausgeben können. Dies bringt Menschenhändler dazu, „billigere Ware“ zu beschaffen, welche sie in Kindern und Jugendlichen finden. Hinzu kommt der Fakt, dass auch Menschenhändler ihr Einkommensniveau beibehalten wollen und so die Bereitschaft, Minderjährige auszubeuten, steigt.

Situation in der Schweiz
Auch die Schweiz ist vom Menschenhandel betroffen. Das Bundesamt für Justiz schätzt die Zahl der jährlich Betroffenen zwischen 1500 und 3000, der Grossteil sind Frauen, einige davon sind minderjährig. Fälle von Kinderhandel wurden in der Schweiz allerdings nur wenige bekannt. Im Jahr 2008 unterstützte die FIZ Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration insgesamt 160 Opfer, davon waren fünf minderjährig. Teilweise lässt sich aus der Lebensgeschichte der Opfer rekonstruieren, dass sie zum Zeitpunkt der Verschleppung noch unter 18 Jahren alt waren.

Die Schweiz als Transit- und Zielland
Die Schweiz ist ein Zielland (Kinder werden hierher gebracht) sowie auch ein Transitland (Kinder werden durch die Schweiz in andere Länder verschleppt).Die Mehrheit der Kinderopfer in der Schweiz wird entweder als Haushaltshilfe eingesetzt, sexuell ausgebeutet und in einigen Fällen werden die Kinder auch als Drogenkuriere missbraucht. Es besteht zudem der Verdacht, dass Kinder illegal adoptiert werden - vor allem dann, wenn grosse Geldmengen im Spiel sind und keine offizielle Vermittlungsagentur dahinter steht.

Die rechtliche Situation in der Schweiz
In der Schweiz gibt es kaum Strafanzeigen von Menschen- oder Kinderhandel und noch viel seltener kommt es zur Verurteilung. Die Opfer haben Angst, gegen ihre Peiniger auszusagen, da diese nicht selten sie und ihre Familien bedrohen. Häufig werden Opfer schon vor dem Strafverfahren ausgewiesen, weil sie sich illegal in der Schweiz aufhalten. Aufgrund der zu frühen Ausschaffung kann der Straftatbestand des Menschenhandels teilweise nicht mehr genügend verfolgt werden. In ihrem Heimatland sind die Opfer weiterhin gefährdet. Sie sind meist noch ärmer als zuvor und in einer schlechten psychischen Verfassung.

Unsere Kampagnenpartner
FIZ Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration
Die FIZ ist eine gemeinnützige Organisation, die sich seit 24 Jahren für die Opfer von Frauenhandel einsetzt. In der spezialisierten Beratungsstelle Makasi finden betroffene Mädchen und Frauen Unterstützung und Schutz. Die FIZ ist überwiegend mit Spenden finanziert.

FIZ Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration
Badenerstrasse 134
8004 Zürich
Telefon: 044 240 44 22
contact@fiz-info.ch , www.fiz-info.ch
Spendenkonto: 80-38029-6

ECPAT Switzerland (Stiftung Kinderschutz Schweiz)
Mit seiner Fachstelle ECPAT Switzerland engagiert sich Kinderschutz Schweiz gegen die kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen im In- und Ausland. Die Stiftung Kinderschutz Schweiz führt die Fachstelle ECPAT Switzerland als Schweizer Vertretung der weltweit tätigen Kinderschutzorganisation ECPAT International.

Ecpat Switzerland (Stiftung Kinderschutz Schweiz)
Hirschengraben 8
Postfach 6949, 3001 Bern |Telefon: 031 398 10 10
www.kinderschutz.ch, www.ecpat.net
info@kinderschutz.ch
Spendenkonto: 30-12478-8

Die Kampagne wird unterstützt von:
Globetrotter Travel Service und Thalia

The Body Shop
Anita Roddick hat The Body Shop 1976 mit der Vision gegründet, „dass Business die Kraft hat, Gutes zu tun“. Dieses Ethos bestimmt alles, was wir tun. Wir glauben, dass ein Business nicht nur profi tabel sein, sondern auch gleichzeitig Verantwortung übernehmen kann. Schon seit Jahren kämpfen wir gegen Missstände, setzen uns für Benachteiligte ein und geben denjenigen eine Stimme, die keine haben.