Die Zecke.

Lebensraum und Wirtsfindung der Zecken

Das Revier der Zecke
Zecken leben vor allem an Waldrändern, in Waldlichtungen, an waldigen Ufersäumungen sowie in Gärten und Wiesen mit hohem Gras. Hier kommen ihre natürlichen Wirte wie Mäuse, Igel oder Vögel besonders häufig vor. Ausserdem gibt es hier viele lange Gräser und halbhohe Sträucher, auf denen die Zecke Ausschau nach einem geeigneten Wirt halten kann. Weil Zecken eine hohe Luftfeuchtigkeit und relativ warme Temperaturen mögen, verkriechen sie sich im Winter in Verstecken und werden erst mit dem Frühlingserwachen (etwa im März) aktiv. Ihre Saison dauert meistens bis Ende Herbst.


Hoch hinaus
Anders als viele Menschen denken, lassen sich Zecken nicht von Bäumen fallen. Mit ihren starken Beinpaaren können Zecken zwar gut klettern, allerdings nicht auf Baumhöhe. Larven erklimmen
bis zu 25 cm, Nymphen bis zu 50 cm und die erwachsene Zecke schafft immerhin bis zu 1,5 m Höhe. Aus der Perspektive von Mäusen, Hasen, Hunden oder auch Kleinkindern kann die Zecke also tatsächlich von oben kommen. Meist ist es aber so, dass sich die Zecke mit den Schuhen oder auch mit den Armen von Gräsern und Sträuchern abstreifen lässt.


Das Warten auf den Wirt
Zecken warten oft monatelang auf einen geeigneten Wirt. Ist der Moment gekommen, erkennt die Zecke den Wirt dank einem ganz besonderen Sinnesorgan, das sich am vorderen Beinpaar befindet. Dieses Haller’sche Organ nimmt thermische und chemische Reize des Wirtes wahr, also Schwitzen (Milchsäure) und Atmen (Kohlendioxid). Von der Lauerstellung hängt sich die Zecke an den Wirt, sobald dieser Blatt oder Grashalm streift.


Den Richtigen gefunden
Wird die Zecke abgestreift, sucht sie sich eine geeignete Stelle, um zuzustechen. Sie bevorzugt warme und feuchte Körperstellen mit dünner Haut, beim Menschen also zwischen den Beinen, in Kniekehlen, unter den Armen, im Nacken und am Haaransatz. Hat sie die Stelle erreicht, setzt die Zecke zum Stechen an. Dazu krallt sie sich an die Haut, um den nötigen Widerstand zu haben. Nachdem sie ein Loch in die Haut geschnitten hat, führt sie ihren Saugapparat ein, der mit Widerhaken bestückt ist. Jetzt gibt die Zecke ein Sekret in die Haut, das den Blutfluss anregt und die Saugstelle betäubt. Das ermöglicht der Zecke ein unbemerktes Blutsaugen. Bei diesem Vorgang kann die Zecke gefährliche Krankheitserreger auf Mensch und Tier übertragen.



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