Ratgeber «Gesund essen» von Coop

Nahrungsmittelallergien

Eine Vielzahl an Nahrungsmittel können allergische Reaktionen hervorrufen. Lesen Sie hier, welche Allergien am häufigsten vorkommen, wie unterschiedlich die Symptome ausfallen können und wie eine eindeutige Diagnose gestellt werden kann.

Was sind Nahrungsmittelallergien?

Bei einer allergischen Reaktion auf Nahrungsmittel bildet der Körper Antikörper gegen eigentlich harmloses tierisches oder pflanzliches Eiweiss. Es handelt sich somit um eine Überreaktion des Immunsystems. Es sind bisher etwa 120 Lebensmittel bekannt, die zu allergischen Reaktionen führen können. Bei Kindern und Erwachsenen sind es nicht dieselben Nahrungsmittel, die am häufigsten Allergien verursachen. Kleinkinder entwickeln häufig Allergien gegen Lebensmittel, welche sie im Erwachsenenalter problemlos vertragen. Bei Kinder sind Allergien gegen Kuhmilch, Hühnereier, Erdnüsse und Haselnüsse häufig. Erwachsene reagieren am häufigsten auf Äpfel, Hasel- und Baumnüsse, Kiwi und Sellerie. Bei Letzteren handelt es sich häufig um sogenannte Kreuzallergien.

Allergische Reaktionen

Die Symptome einer allergischen Reaktion können sehr verschieden und unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Typische Reaktionen sind Juckreiz, Rötungen oder Schwellungen der Haut, Atemprobleme und Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Blähungen oder Erbrechen.

Es können aber auch sehr schwere Reaktionen auf Lebensmittel auftreten, die lebensgefährlich sein können. Eine solche anaphylaktische Reaktion zeigt sich durch Blutdruckabfall, Kollaps, Schock und Bewusstlosigkeit. Personen bei denen solch schwere Allergien bekannt sind, sollten ein Notfallset verschrieben bekommen und dieses zusammen mit ihrem Allergie-Pass immer bei sich tragen. Die im Notfallset enthaltene Adrenalin Fertigspritze wird im Notfall in den Oberschenkel gespritzt. Zu den Lebensmitteln, die bei Erwachsenen häufig zu anaphylaktischen Reaktionen führen, gehören Haselnüsse, Weizen, Soja, Sellerie und Erdnüsse. Bei Kinder sind es Erdnüsse, Haselnüsse, Kuhmilch und Hühnereier.

Diagnose von Nahrungsmittelallergien

Bei Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie sollte immer ein Allergologe aufgesucht werden, der eine eindeutige Diagnose stellen kann. Er führt verschiedene Allergietests durch, um ein spezifisches Allergen zu identifizieren und andere auszuschliessen. Für eine Diagnosestellung werden Haut-, Blut- und Provokationstests durchgeführt.

Hauttest

Beim Hauttest werden verschiedene Allergenlösungen auf den Unterarm geträufelt und mit einer feinen Nadel geprickt. Beim Soforttyp zeigt sich nach etwa 20 Minuten eine Hautreaktion, die an einen Mückenstich erinnert. Beim Testen von Spättypreaktionen wird ein Pflaster auf den Rücken geklebt. Das Ergebnis ist positiv, wenn sich nach 1-2 Tagen ein kleines Ekzem zeigt. Durch die Ergebnisse des Hauttests allein kann in der Regel noch keine gesicherte Diagnose gestellt werden.

Der Test und die Auswertung sollte ausschliesslich von spezialisiertem Fachpersonal durchgeführt werden.

Bluttest

Dem Patient wird eine Blutprobe entnommen, welche im Labor gezielt auf bestimmte Antikörper untersucht wird. Diese Ergebnisse liefern aber nur einen Hinweis auf mögliche Allergien, denn das Vorliegen von Antikörpern im Blut bedeuten nicht, dass der Patient auf die Lebensmittel tatsächlich eine allergische Reaktion zeigt.

Provokationstest

Steht durch Blut-, oder Hauttest ein bestimmtes Lebensmittel unter Verdacht, wird zur eindeutigen Diagnosestellung ein Provokationstest durchgeführt. Die Durchführung solcher Provokationstests ist spezialisierten Ärzten vorbehalten. Bei diesem Test nimmt der Patient eine bestimmte Menge des im Verdacht stehenden Nahrungsmittel ein. Dann wird beobachtet, ob allergische Reaktionen auftreten oder nicht. Da solche Reaktionen für den Patienten gefährlich sein können, muss eine medizinische Betreuung jederzeit gewährleistet sein.

Kreuzallergien

Bei einer Kreuzallergie besteht keine primäre Allergie auf ein Nahrungsmittel, sondern gegen Pollen oder Latex. So kann bei einer Person mit einer Birkenpollenallergie beispielsweise eine Kreuzallergie auf Äpfel auftreten. Das Immunsystem reagiert dann auch auf den Kontakt mit Äpfeln, da gewisse Substanzen im Apfel dem Birkenpollenallergen sehr ähnlich sind. Die Symptome solcher Kreuzallergien beschränken sich in der Regel auf Reaktionen im Mundraum wie Juckreiz, pelzigem Gefühl in Mund und Rachen oder Schwellungen an Mund und Lippen. Lebensbedrohliche allergische Reaktionen aufgrund einer Kreuzreaktion sind selten.