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Zusatzstoffe in Lebensmitteln: unnötig oder sinnvoll?

Zusatzstoffe machen Konfitüre streichfähig, Brot luftig oder bestimmte Produkte länger haltbar. Der Einsatz von Zusatzstoffen ist in den meisten Lebensmitteln sinnvoll und für die Produktsicherheit teilweise unabdingbar. Denn: Viele Zusatzstoffe verhindern die Vermehrung von gesundheitsschädlichen Bakterien und Pilzen. Erfahren Sie hier alles, was Sie über Zusatzstoffe wissen sollten.

Was sind Zusatzstoffe?

Zusatzstoffe werden auch E-Nummern genannt. Das «E» steht für «Europa», aber auch für «edible» (englisch für «essbar»). Zusatzstoffe werden von vielen als künstlich wahrgenommen. Zusatzstoffe können chemisch-synthetisch oder mit Hilfe von Mikroorganismen hergestellt werden. Es gibt jedoch auch viele Zusatzstoffe, welche aus natürlichen Ausgangsmaterialien wie pflanzlichen oder tierischen Bestandteilen hergestellt werden. Ein Beispiel dafür sind Pektine (E 440), welche aus Schalen von Äpfeln oder Zitrusfrüchten gewonnen werden.
Zahlreiche Bienen auf Bienenwaben
Nur wenige E-Nummern können ausschliesslich aus tierischem Material gewonnen werden. Lediglich folgende drei Zusatzstoffe sind immer tierischer Herkunft: Echtes Karmin (E 120), Bienenwachs (E 901) und Schellack (E 904). Rund 40 Zusatzstoffe können entweder tierisch oder pflanzlich sein, darunter vorwiegend Emulgatoren aus Fettsäuren. Diese helfen, Zutaten miteinander zu verbinden, die sich normalerweise abstossen würden, etwa Wasser und Öl. 
Das V-Label zeichnet vegane und vegetarische Produkte aus
Ob ein Zusatzstoff tierischer oder pflanzlicher Herkunft ist, lässt sich der E-Nummer nicht entnehmen. Ist ein Produkt mit dem offiziellen V-Label lizenziert, ist jedoch garantiert, dass ausschliesslich vegetarische oder vegane Zusatzstoffe enthalten sind. In allen anderen Fällen kann der Hersteller Auskunft geben.

Lebensmittel oder Zusatzstoff?

Frische Tomaten, Zwiebeln und Rosmarin
Als Gewürz kann Rosmarin z. B. einer Tomatensauce den besonderen Geschmack verleihen. In der Zutatenliste steht in diesem Fall Rosmarin. Handelt es sich hingegen um Extrakte aus Rosmarin, werden diese in der Zutatenliste als «Antioxidationsmittel E 392» deklariert. Durch die Verarbeitung und den Einsatz als Antioxidationsmittel zählen Extrakte aus Rosmarin laut der Schweizer Zusatzstoffverordnung zu den Zusatzstoffen. Sie schützen beispielsweise Kartoffelkroketten vor brauner Verfärbung. 

Sind Zusatzstoffe gesundheitlich bedenklich?

Viele stehen Zusatzstoffen kritisch gegenüber. Sie möchten keine «Chemie» im Essen. Auch Konsumentenschützer und Expertinnen warnen vor gesundheitlichen Gefahren, die von Zusatzstoffen ausgehen sollen. In der Regel sind diese Bedenken unbegründet. Denn alle Zusatzstoffe werden genau überprüft, bevor sie zugelassen werden. Zudem werden E-Nummern regelmässig neu überprüft: Wenn eine Neubewertung Zweifel an der gesundheitlichen Unbedenklichkeit aufkommen lässt, wird die E-Nummer verboten. In der Schweizer Zusatzstoffverordnung ist geregelt, welche Zusatzstoffe in welchen Lebensmitteln verwendet werden dürfen. Dort sind auch die erlaubten Mengen festgehalten.

So erkennen Sie Zusatzstoffe in Lebensmitteln

Frau steht vor Supermarktregal und informiert sich über Zusatzstoffe
Zusatzstoffe werden in der Zutatenliste aufgeführt und gemäss ihrem Verwendungszweck einer Gattungsbezeichnung zugeordnet. Die Gattungsbezeichnung (z. B. Antioxidationsmittel oder Säuerungsmittel) wird immer angegeben. Danach kann der Hersteller wählen, ob er entweder die Bezeichnung (z. B. Zitronensäure) oder die E-Nummer (z. B. E 330) angibt. Coop deklariert konsequent alle Zusatzstoffe mit ihrer E-Nummer.

Können Zusatzstoffe Allergien und Unverträglichkeiten auslösen?

Person hält in der Hand ein Glas mit Wein, der durch Schwefel vor Verfärbung und Fehlgärung geschützt ist
Unverträglichkeiten gegen Zusatzstoffe kommen vor, sind aber selten. Allergische Reaktionen gegen Lebensmittel wie Sellerie, Nüsse, Milch oder Fisch sind weitaus häufiger. Wird ein Zusatzstoff aus einem deklarationspflichtigen Allergen wie Ei, Schwefel oder einem glutenhaltigen Getreide gewonnen, muss das Allergen angegeben werden: z. B. Konservierungsstoff (E 1105 aus Eiklar), Konservierungsstoff (E 220 [Sulfit]) oder modifizierte Weizenstärke (E 1404).
Erfahren Sie mehr zu diesem Thema in unserem Beitrag «Allergenkennzeichnung».

Zusatzstoffe in Bio-Lebensmitteln

Auch Bio-Produkte kommen nicht immer ohne Zusatzstoffe aus. In der Bio-Verordnung ist geregelt, welche Zusatzstoffe in Bio-Lebensmitteln verwendet werden dürfen. Für die Produkte von Coop Naturaplan sind nur E-Nummern zugelassen, welche für die Herstellung, Konservierung, Produktqualität und -sicherheit unerlässlich sind.

Ist Glutamat schädlich?

Glutamat ist ein Eiweissbaustein, der natürlicherweise in vielen Lebensmitteln vorkommt. So beispielsweise in Käse oder Tomaten. Das als Geschmacksverstärker eingesetzte Glutamat (E 620 - E 625) wird vom menschlichen Körper in gleicher Weise aufgenommen und zu Glutamin verstoffwechselt. Entgegen der verbreiteten Meinung, Glutamat könne die Gesundheit beeinträchtigen, ist Glutamat aus gesundheitlicher Sicht unbedenklich. Fakt ist aber, dass in seltenen Fällen grössere Mengen an Glutamat bei sensiblen Personen zu Unverträglichkeitsreaktionen führen können.

Einsatz von Zusatzstoffen bei Coop

Coop setzt Zusatzstoffe nach dem Motto «so viel wie nötig, so wenig wie möglich» ein. Zudem hat Coop über 50 E-Nummern definiert, welche bei Eigenmarken nicht erwünscht sind. Dies sind Zusatzstoffe, bei welchen aus Sicht von Konsumenten und Konsumentinnen gesundheitliche Vorbehalte bestehen oder welche Unverträglichkeiten auslösen können.
Auf Azofarbstoffe wird bei Coop Eigenmarken verzichtet. Denn es gibt Hinweise darauf, dass diese Hyperaktivität bei Kindern begünstigen können. Auch aluminiumhaltige Zusatzstoffe kommen bei Coop Eigenmarken nicht zum Einsatz. Ebenso verzichtet Coop, wo möglich, auf sulfithaltige Konservierungsmittel (E 220 bis E 228).
Sie möchten mehr über die Angaben auf Produktverpackungen erfahren? In unserem Beitrag «Lebensmittelkennzeichnung» haben wir alles Wichtige für Sie zusammengefasst.