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Klimafreundliche Ernährung? So geht’s!

Wussten Sie, dass unsere Ernährung massgeblich die Umwelt beeinflusst? Kaum zu glauben: Rund ein Viertel der weltweit verursachten Treibhausgase fallen bei der Herstellung von Nahrungsmitteln an. In der Schweiz verursacht die Ernährung knappe 30 Prozent der Umweltbelastung. Selbstverständlich müssen wir essen, jedoch spielt die Wahl der Lebensmittel eine bedeutende Rolle.

Die fünf Grundsätze einer klimafreundlichen Ernährung

Wer sich bewusst ernährt, manche Lebensmittel nur in Massen geniesst und auf saisonales Essen setzt, trägt bereits einen grossen Teil zu einer klimafreundlichen Ernährung bei. Wir haben 5 Grundsätze aufgelistet, an denen Sie sich orientieren können:
  • Überwiegend pflanzlich essen
  • Weniger Fleisch essen
  • Milch, Milchprodukte und Eier massvoll gieniessen
  • Regional und saisonal essen
  • Lebensmittelabfälle vermeiden

Überwiegend pflanzlich essen

Verschiedene Schalen mit Hülsenfrüchten wie Linsen und Bohnen.
Pflanzliche Lebensmittel haben zwei Vorteile: Sie wirken sich positiv auf unsere Gesundheit aus und verursachen deutlich weniger Treibhausgase als tierische Lebensmittel. Besonders punkten heimische Hülsenfrüchte. Sie binden Stickstoff aus der Luft, sodass die Anbauböden weniger gedüngt werden müssen – grossartig für die Bodenfruchtbarkeit!

Weniger Fleisch ist besser für die Umwelt

Eine Mahlzeit mit Fleisch produziert etwa dreimal mehr Treibhausgase als eine vegetarische Mahlzeit. Auch der Wasserverbrauch ist bei der Fleischproduktion deutlich höher. Um den Eiweissbedarf zu decken, brauchen wir nicht zwingend Fleisch. Auch viele pflanzliche Lebensmittel liefern uns Protein (z. B. Linsen). Für alle, die auf Steak und Schnitzel nicht verzichten und trotzdem vegetarisch essen möchten, gibt es viele leckere Fleischalternativen. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber zu veganer und vegetarischer Ernährung.

Pflanzendrinks ausprobieren

Sojadrink oder eine andere pflanzliche Milchalternative in einer Glaskaraffe
Pflanzliche Milchalternativen schmecken nicht nur, sie tun auch der Umwelt etwas Gutes. Für die Herstellung von Sojadrink fallen nur ein Drittel der Treibhausgase an als bei der Produktion von Kuhmilch. Aus ökologischer Sicht schneidet Haferdrink am besten ab, denn Hafer ist bei uns heimisch und benötigt relativ wenig Wasser und Fläche.
Beim Blick auf die Nährwerte unterscheiden sich Pflanzendrinks stark von Kuhmilch – insbesondere der Proteingehalt ist oft deutlich geringer. Dabei gibt es zwischen den einzelnen Drinks grosse Unterschiede. So liefern Getreide-Drinks (z. B. Reisdrink) wenig bis kein Protein. Der Proteingehalt von Drinks aus Hülsenfrüchten (z. B. Sojadrink) hingegen ist vergleichbar mit dem von Kuhmilch.
Pflanzendrinks enthalten im Gegensatz zu Kuhmilch kein natürliches Calcium. Wer komplett auf tierische Milch und Milchprodukte verzichtet, greift deshalb am besten zu calciumangereicherten Varianten.

Klimafreundliche Ernährung beginnt beim Einkauf

Bevorzugen Sie beim Einkaufen regionale Lebensmittel. Diese haben kürzere Transportwege, was sich positiv auf die Ökobilanz auswirkt. Bioprodukte belasten die Umwelt weniger als konventionell hergestellte Produkte. Denn: Beim Bio-Anbau entstehen weniger Treibhausgase, die Artenvielfalt wird gefördert, auf chemischen Dünger wird verzichtet und die Bodenfruchtbarkeit wird erhalten.
Gemüse und Früchte der Saison schmecken nicht nur besonders gut, sie schonen auch das Klima. Möchten Sie wissen, welche Sorten gerade Saison haben? Dann werfen Sie einen Blick auf unseren Saisonkalender – damit wird saisonal essen zum Kinderspiel!

Vermeiden Sie Foodwaste

Rund 1/6 der produzierten Lebensmittel in der Schweiz landen in privaten Haushalten in der Tonne. Um diese Abfälle zu reduzieren, gibt es einfache Tipps:
  • Erstellen Sie einen Wochen-Menüplan. Prüfen Sie vor dem Einkaufen, was Sie tatsächlich benötigen und schreiben Sie eine Einkaufsliste. Halten Sie sich an Ihre Liste und kaufen Sie nicht hungrig ein.
  • Kaufen Sie frische Waren wie Brot, Früchte oder Gemüse lieber öfter, dafür aber in kleinen Mengen.
  • Lagern Sie Lebensmittel gemäss der Angabe auf der Verpackung. Mehr Informationen zum richtigen Lagern von Lebensmitteln erhalten Sie in unserem Ratgeber. Sortieren Sie zudem nach der Regel «neu hinter alt»: Frisch gekaufte Lebensmittel werden hinter bereits vorhandenen eingeräumt.
  • Werfen Sie Koch- oder Essensreste nicht weg, sondern verwerten Sie diese in kreativen Reste-Rezepten.
  • Unterscheiden Sie zwischen Verbrauchsdatum und Mindesthaltbarkeitsdatum. Produkte mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum können oft noch gegessen werden.

Essen oder wegwerfen?

Lesen Sie zunächst gründlich die Angaben auf der Produktverpackung. Denn: Lebensmittel mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum (Achtung: nicht Verbrauchsdatum!) können noch eine Weile darüber hinaus geniessbar sein, wenn sie richtig gelagert wurden. Die folgenden Fragen helfen Ihnen, herauszufinden, ob ein Produkt noch gut ist:
Schauen Sie sich das Produkt genau an und riechen Sie daran.
  • Sieht es aus, wie es aussehen sollte?
  • Sehen Sie Schimmel, untypische Flecken oder Schädlinge (z. B. Motten)?
  • Hat sich die Farbe stark verändert?
  • Hat sich eine schmierige Schicht auf dem Produkt gebildet?
  • Riecht es seltsam, ungewohnt, säuerlich, vergoren oder muffig?
  • Bei Getränken: Ist ein vorher klares Getränk jetzt trüb?
Können Sie alle Fragen mit Nein beantworten, dann probieren Sie vorsichtig eine kleine Menge des Produkts.
  • Schmeckt es anders als sonst?
  • Schmeckt es seltsam (z. B. ungewöhnlich sauer oder bitter)?
  • Schmeckt es ranzig?
Können Sie alle Fragen mit Nein beantworten, ist das Produkt in der Regel noch geniessbar und Sie haben wieder einen Schritt in Richtung klimafreundliche Ernährung getan.