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Pflanzenbasierte Ernährung in der Schweiz – welche Formen gibt es?

Die Zahl der Menschen, die auf Fleisch oder andere tierische Produkte verzichten und auf eine vollwertige pflanzenbasierte Ernährung Wert legen, steigt stetig. Doch wie viele verschiedene Ernährungsformen gibt es eigentlich? Der erste Plant Based Food Report der Schweiz konnte vier Ernährungstypen ausmachen.

Eine pflanzenbasierte Ernährung fördert die Gesundheit

Foto von mit Buchstaben bedruckten Karten, auf denen «Plant Based» steht
Die gesundheitlichen Vorteile einer pflanzenbasierten Ernährung sind durch wissenschaftliche Studien sehr gut belegt. Erhobene Daten zeigen, dass Vegetarier und Vegetarierinnen weniger an Übergewicht leiden, tiefere Blutdruckwerte haben, seltener an Krebserkrankungen und weniger frühzeitig an Herz-Kreislaufkrankheiten sterben.
Mehrheitlich geht eine vegetarische Ernährung aber auch mit einer gesünderen Lebensweise einher, die natürlich auch einen starken Einfluss auf die genannten Punkte hat. Vegetarier und Vegetarierinnen treiben meist mehr Sport, rauchen seltener und trinken weniger Alkohol.
Coop hat eine umfassende Studie zur pflanzenbasierten Ernährung in Auftrag gegeben. Darauf basierend hat Coop den Plant Based Food Report veröffentlicht. Aus den Ergebnissen des Plant Based Food Reports können vier verschiedene Ernährungstypen abgeleitet werden. Diese verzichten bewusst auf tierische Lebensmittel und setzen stattdessen auf eine pflanzenbasierte Ernährung.

 

«Flexitarier» – die beliebteste Ernährungsform in der Schweiz

Schüssel mit grünen Gemüsenudeln
Der Begriff «Flexitarier» setzt sich zusammen aus den englischen Wörtern «flexible» und «vegetarian». Flexitarier und Flexitarierinnen essen zwar häufig vegetarisch, möchten aber dennoch nicht ganz auf Fleisch verzichten. Man könnte sie daher auch als «Teilzeitvegetarier und -vegetarierinnen» bezeichnen. 
58 Prozent der Schweizer Bevölkerung verzichten bewusst mehrmals pro Monat auf tierische Lebensmittel. Ihr Anteil hat seit 2016 stark zugenommen, damals waren es noch 43 Prozent. Haupttreiber für diese Ernährungsform ist die eigene Gesundheit. Mit Blick auf die Altersgruppen sind besonders viele Flexitarier und Flexitarierinnen unter den 15- bis 29-Jährigen sowie unter den über 60-Jährigen zu finden. Verhältnismässig identifizieren sich mit dieser Ernährungsweise mehr Frauen als Männer. In der Deutschschweiz lebende Menschen liebäugeln leicht mehr mit dem Flexitarismus als aus dem Tessin oder der Romandie stammende.
Topmotive für diese Ernährungsform:
  • Gesundheitliche Aspekte
  • Mehr Abwechslung in der täglichen Ernährung
  • Umweltbewusstsein

«Substitarier» – der neue Genusstyp

Grillplatte mit vegetarischen Fleischersatzprodukten
Personen, die sich mit dieser Ernährungsform identifizieren, setzen auf eine pflanzenbasierte Ernährung mit Produkten, die dem tierischen Original nachgeahmt sind – und reduzieren so tierische Proteine in ihrer Ernährung.
Der Report zeigt auf, dass Käufer und Käuferinnen von pflanzenbasierten Ersatzprodukten häufig nicht strikt vegan oder vegetarisch sind, sondern eine Untergruppe der Flexitarier. Sie essen meist auch Fleisch, Fisch, Milch oder Käse und kombinieren diese Lebensmittel häufig mit pflanzlichen Ersatzprodukten. Man kann hier von einem neuen Genusstyp sprechen – der Food Report tauft ihn «Substitarier».
Pflanzenbasierte Ersatzprodukte werden hauptsächlich von jungen Frauen aus städtischen Gebieten in der Deutschschweiz sowie von 50- und 60-Jährigen konsumiert – letztere kaufen teils für ältere Kinder mit ein, die noch im selben Haushalt leben. Die über 60-Jährigen greifen dagegen nur selten zu Ersatzprodukten – sie setzen als Alternative zu tierischen Produkten auf Gemüse oder andere vegetarische Lebensmittel.
Vegane Käseersatzprodukte sind vor allem bei Frauen heissbegehrt, Männer dagegen greifen am ehesten zu Fleischersatzprodukten. Eine weitere spannende Erkenntnis: Kunden und Kundinnen, die regelmässig pflanzenbasierte Ersatzprodukte kaufen, scheinen generell auf einen gesünderen Lebensstil Wert zu legen – sie kaufen weniger Alkohol und Schokolade, dafür mehr Gemüse und Früchte.
Topmotive für diese Ernährungsform:
  • Lust, neue Produkte auszuprobieren
  • Mehr Abwechslung in der täglichen Ernährung
  • Gesundheitliche Aspekte

«Vegetarier» – Genuss ohne Fisch und Fleisch

Couscous-Gemüsepfanne für eine pflanzenbasierte Ernährung.
Bei einer vegetarischen Ernährung werden Fleisch und Fisch vom Speiseplan gestrichen und vorwiegend pflanzliche Lebensmittel verzehrt. 3 Prozent der Schweizer Bevölkerung ernähren sich vegetarisch. Im Gegensatz zu den Flexitariern und den Substitarierinnen sind bei Menschen, die vegetarisch essen, ethische Gründe und der Tierschutz die Haupttreiber für die gewählte Ernährungsweise.
Topmotive für diese Ernährungsform:
  • Ethische Gründe
  • Engagement im Tierschutz
  • Umweltbewusstsein

«Veganer» – der zu 100 Prozent pflanzliche Ernährungstyp

Holzbrett mit kleingeschnittenem Gemüse und Tofu für eine vegane Ernährung
Bei einer veganen Ernährung wird auf alle Lebensmittel tierischen Ursprungs, wie Fleisch, Fisch, Milch, Eier oder Honig, verzichtet. Da Veganismus auch eine Lebenseinstellung ist, verwenden viele Menschen, die sich vegan ernähren, auch in anderen Bereichen ihres Lebens keine tierischen Produkte. So greifen Veganer und Veganerinnen meist nicht zu Kleidung aus Leder, Seide oder Wolle und achten auf vegane Pflegeprodukte ohne tierische Bestandteile.
2 Prozent der Schweizer Bevölkerung ernähren sich vegan. Veganer und Veganerinnen verzichten am häufigsten aus ethischen Gründen auf tierische Produkte.
Topmotive für diese Ernährungsform:
  • Ethische Gründe
  • Umweltbewusstsein
  • Gesundheitliche Aspekte

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