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Gesichtspflege: feste Reinigung, die neuen Soap-Stars

Zweimal täglich gründlich das Gesicht reinigen – das ist unsere bekannte tägliche Pflegeroutine! Relativ neu ist jedoch der Trend zu festen Beauty Bars. Hier erfahren Sie mehr zu den Vorteilen im Vergleich zu Flüssigprodukten wie Lotion oder Schaum und was beim Umstieg zu beachten ist.
Wo sich noch vor ein paar Monaten Kunststoff- und Glasfläschchen mit allerlei bunt gefärbten Reinigungslotions fanden, reihen sich neuerdings immer mehr feste «Seifen»-Stücke in Papier-Ummantelung. Sie werden mit Attributen wie vielseitig, umweltfreundlich, nachhaltig, Ressourcen schonen und praktisch beworben. Doch was steckt wirklich hinter (und in) den so genannten Magic-Bars und können sie alle Versprechen halten?

Kleine Naturwunder

Die gute Ökobilanz fester Pflegeprodukte ist tatsächlich nicht von der Hand zu weisen: Schon bei der Herstellung können im Vergleich zur Flüssigversion 70 bis 90 Prozent Wasser gespart werden. Ein 100-Gramm-Stück feste Reinigung kommt mit einer einfachen (Alt-)Papierverpackung aus und ersetzt etwa drei Plastikflaschen von 250 Millilitern. Damit spart es über 80 Prozent an Gewicht beim Transport in die Läden und rund 3,3 Liter Erdöl, die für die Produktion der Flaschen notwendig wären.
Doch es gibt noch mehr Argumente, die das explosive Angebot von Beauty Bars rechtfertigen: Sie benötigen weniger Platz im Badezimmer oder im Kulturbeutel, können nicht auslaufen (gerade unterwegs ein unschlagbares Argument!), sind sehr ergiebig und einfach in der Anwendung: wie ein gewöhnliches Seifenstück mit etwas Wasser zwischen den Händen gut aufschäumen, auf die gewünschten Gesichtspartien auftragen und sanft einmassieren, mit lauwarmem Wasser abspülen, fertig! Viele Produkte sind zudem frei von Mikroplastik, synthetischen Zusatzstoffen, Tensiden und Konservierungsmitteln, vegan und ohne Tierversuche entwickelt worden. Andererseits haben die starken Stückchen aber auch mit knallharten Ressentiments zu kämpfen: Feste Seife trocknet die Haut aus. Sie hinterlässt einen Film. Sie schäumt nicht genügend.

Handfeste Vor(ur)teile

Um zu verstehen, dass dies nicht (mehr) ganz richtig ist, sollte man wissen, dass es sich bei den innovativen Pflegebars nicht um traditionelle Seifenstücke handelt. Letztere werden auch heute noch aus Fetten und Lauge gesiedet, im Nachgang werden dann Öle, Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe beigefügt. Die neuen Waschstücke verzichten hingegen vollständig auf künstliche Zusätze, bestehen meist aus hochwertigen natürlichen Ölen und werden nach dem Wasserentzug in Form gepresst – ganz ohne kochen! Und noch etwas ist grundlegend anders: Im Gegensatz zur klassischen Seifenlauge wirken die aktuellen Produkte nicht basisch, sondern pH-neutral. Das verhindert, dass sie den Säureschutzmantel der Haut angreifen und sich das bekannte trockene Gefühl einstellt. Im Gegenteil: Durch die enthaltenen natürlichen Öle sind sie oft reichhaltiger und hochwertiger, als die flüssige Variante. Einziger Nachteil: Feuchtigkeitsspendende Wirkstoffe können bisher noch nicht so gut in feste Pflegeprodukte integriert werden, deshalb empfiehlt sich anschliessend eine hydratisierende Pflegecreme oder -lotion.

Auflösungsprobleme? Gelöst!

Last but not least zu den wenigen Nachteilen fester Pflege: Die Stücke lassen sich in gebrauchtem Zustand schwieriger aufbewahren und drohen, unschöne Spuren zu hinterlassen oder sich gar aufzulösen. Dieses Problem hat die Industrie jedoch längst erkannt und vielseitige Lösungsmöglichkeiten entwickelt: Es gibt eine schier unerschöpfliche Auswahl von Magnethalterungen für die Wand über natürliche Ablageschwämme aus Luffa oder Seegurke bis hin zu Seifenschälchen und -säckchen aus Holz, Metall, Bambus, Keramik, Porzellan oder Jute. Hier dürfte wirklich jede(r) eine geeignete und optisch passende Aufbewahrungslösung finden, egal ob fürs Badezimmer oder auf Reisen. Auf den ersten Blick erscheinen die Beauty-Bars zudem nicht gerade günstig im Vergleich zu herkömmlichen Produkten. Wenn man jedoch die Ergiebigkeit der Stückware betrachtet, wird schnell klar, dass dieser Eindruck täuscht und sich im Endeffekt nicht nur die Natur, sondern auch der Geldbeutel über die Anschaffung einer festen Gesichtsreinigung freuen kann.

Tipps & Tricks

Kühl und dunkel lagern

Feste Pflege von Heizungen und Sonneneinstrahlung fernhalten – sonst besteht akute Schmelzgefahr!

In der Dusche aufhängen

Seifensäckchen sind in der Dusche die erste Wahl: Das Wasser tropft ab, das Waschstück trocknet und Bakterien haben keine Chance.

Auf Reise-Allrounder setzen

Extrem praktisch für unterwegs sind feste All-in-one-Produkte, die gleichzeitig als Duschgel, Shampoo, Gesichts- und Handseife verwendet werden können!