Fruktosemalabsorption

Etwa jede dritte Person in der Schweiz ist von einer Fruktosemalabsorption betroffen. Erfahren Sie hier, wie die Fruktoseaufnahme reduziert werden kann.

Was ist Fruktosemalabsorption?

Bei einer Fruktosemalabsorption sind die Transportmechanismen für Fruktose im Dünndarm eingeschränkt. Folglich wird diese nicht ins Blut aufgenommen und bleibt im Darm zurück. Dort wird die Fruktose von Bakterien zersetzt, was zu Beschwerden wie Blähungen, Durchfall, Völlegefühl und Übelkeit führen kann. Fruktose ist ein Einfachzucker, welcher in freier Form vorwiegend in Agavensirup, Honig, Früchten und Fruchtsäften enthalten ist. Zudem wird Fruchtzucker auch häufig in Süssgetränken eingesetzt.

Diagnose von Fruktosemalabsorption

Eine Fruktosemalabsorption kann mit Hilfe eines Wasserstoff (H2)-Atemtest beim Arzt diagnostiziert werden. Dabei wird nüchtern (nach einer Nahrungskarenz von 12 Stunden) 25 g in Wasser aufgelöste Fruktose getrunken. Danach wird während 3 Stunden alle 20 Minuten die Konzentration von Wasserstoff in der Atemluft gemessen, wodurch eine Fruktosemalabsorption diagnostiziert werden kann. Dies aufgrund dessen, dass die nicht resorbierte Fruktose in den Dickdarm gelangt, wo sie durch Bakterien abgebaut wird. Diese produzieren unter anderem Wasserstoff, welcher im Atem messbar ist.

Nach einer Diagnosestellung empfiehlt sich eine Ernährungsberaterin aufzusuchen, die sie bei der Umsetzung einer fruktosereduzierten Ernährung unterstützen kann.

Ernährung bei Fruktosemalabsorption

Die Therapie beruht auf einer Reduktion der Fruktoseaufnahme. Nach der Diagnosestellung erfolgt eine etwa zweiwöchige Karenzphase, während dieser die Aufnahme an Fruktose möglichst gering gehalten werden sollte. Anschliessend kann die individuelle Verträglichkeit durch Austesten ermittelt werden. Eine dauerhafte Ernährung ohne Fruktose ist weder notwendig noch sinnvoll, da dies eine grosse Einschränkung der Lebensmittelauswahl bedeuten würde. Dadurch wäre eine bedarfsdeckende Nährstoffversorgung nicht gewährleistet.

Fruktosegehalt in Früchten

Auch auf Früchte muss nicht generell verzichtet werden, denn nicht alle Früchte enthalten gleich viel Fruktose.

Viel Fruktose enthalten:

 

  • Äpfel
  • Kirschen
  • Birnen
  • Trauben 
  • Aufgrund ihrer sehr konzentrierten Form enthalten natürlich auch Apfelsaft, getrocknete Äpfel, Rosinen, aber auch getrocknete Datteln und Feigen hohe Mengen an Fruktose

Wenig Fruktose enthalten hingegen: 

 

  • Aprikosen
  • Honigmelonen
  • Mandarinen
  • Pfirsich 
  • Erdbeeren
  • Rhabarber

Bessere Verträglichkeit durch richtige Kombination

Im Haushaltszucker ist Fruchtzucker gebunden an Traubenzucker als Doppelzucker enthalten. Durch den Traubenzucker wird die Aufnahme des Fruchtzuckers vom Darm ins Blut aber gesteigert. Dies ist auch der Grund dafür, dass der Haushaltszucker in der Regel in kleinen Mengen gut vertragen wird. Zudem kann Fruchtzucker zusammen mit fett- oder eiweissreichen Nahrungsmitteln besser aufgenommen werden. So werden beispielsweise Früchte mit Jogurt oder Rahm oder in Form eines Birchermüeslis besser vertragen als Früchte alleine. Die Fruktoseaufnahme kann durch eine geeignete Lebensmittelauswahl reduziert werden.

Coop führt hierfür keine Spezialprodukte im Sortiment.