Zöliakie und Glutensensitivität

In der Schweiz sind ungefähr ein Prozent der Bevölkerung von Zöliakie betroffen, einer Unverträglichkeit gegenüber Gluten. Wird eine glutenfreie Ernährung eingehalten, ist in der Regel ein beschwerdefreies Leben möglich.

Was ist Zöliakie?

Gluten ist ein Sammelbegriff für Getreide-Eiweisse, die in zahlreichen Getreidearten enthalten sind. Bei Zöliakie handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung bei der bereits geringe Mengen Gluten die Dünndarmschleimhaut beschädigen. Die Unverträglichkeit gegenüber Gluten kann bereits in den ersten Lebensjahren, aber auch erst im Erwachsenenalter auftreten.

Folgen einer unbehandelten Zöliakie können ungenügende Nährstoffaufnahme, Gewichtsverlust, Durchfall, Blähungen, Übelkeit, Blässe sowie psychische Veränderungen sein. Symptome und Ausprägungen können individuell stark variieren und sind auch abhängig vom Lebensalter unterschiedlich.

Diagnose von Zöliakie

Bei Verdacht auf Zöliakie kann vom Hausarzt eine Blutprobe an ein spezialisiertes Labor gesendet werden, um diese auf spezifische Antikörper zu testen. Einen Hinweis, ob Sie unter Zöliakie leiden kann auch der GlutenCheck in Ihrer Coop Vitality Apotheke liefern. Der Test wird von ihrem Apotheker durchgeführt und Sie erhalten das Ergebnis bereits nach 10 Minuten. Eine Diagnosestellung kann aber nur durch weitere Untersuchungen durch einen Arzt erfolgen. Fällt der Antikörper-Befund positiv aus, wird in der Regel eine gastroenterologische Untersuchung durchgeführt, bei welcher die Dünndarmschleimhaut auf spezifische Veränderungen untersucht wird. Wichtig ist, dass die Umstellung auf eine glutenfreie Ernährung erst nach einer eindeutigen  Diagnose durch einen Spezialisten erfolgt. Ohne definitive Diagnose sollte auch nicht probeweise auf eine gutenfreie Ernährung umgestellt werden. Der Körper muss regelmässig mit glutenhaltigen Lebensmitteln in Kontakt kommen, damit eine Zöliakie überhaupt feststellbar ist. Durch eine vorgängige glutenfreie Ernährung wird eine Diagnosestellung verunmöglicht oder erschwert. Nach einer Diagnosestellung empfiehlt sich eine Ernährungsberaterin aufzusuchen, die sie bei der Umsetzung einer glutenfreien Ernährung unterstützen kann.

Nicht-Zöliakie Glutensensitivität

Führen Gluten oder glutenhaltige Getreideprodukte zu gastrointestinalen Beschwerden, ohne dass eine Zöliakie oder Allergie besteht, wird von einer nicht-zöliakiebedingten Glutensensitivität gesprochen. Obwohl die Symptome der einer Zöliakie ähneln, wird der Dünndarm durch den Verzehr glutenhaltiger Lebensmittel nicht geschädigt. Die Diagnosestellung ist nicht ganz einfach, da es bis jetzt keine spezifischen Tests gibt. Wichtig ist aber, dass sowohl eine Zöliakie als auch eine Weizenallergie klar ausgeschlossen wird. Verschwinden die Symptome unter einer glutenfreien Ernährung rasch, kann die Ausschlussdiagnose Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität gestellt werden.

Ernährung bei Zöliakie

Die einzig mögliche Therapie liegt in einer strikten, lebenslangen glutenfreien Ernährung, womit Betroffene in der Regel gesund und beschwerdefrei leben können. Unter einer glutenfreien Ernährung erholt sich die erkrankte Dünndarmschleimhaut in der Regel innerhalb weniger Wochen. Das Wichtigste ist dabei eine konsequent glutenfreie Diät, denn bereits kleine Mengen glutenhaltiger Nahrungsmittel können zu einer erneuten Entzündung der Dünndarmschleimhaut führen.

Da verarbeitete Lebensmittel Gluten enthalten können, empfiehlt es sich, stets die Zutatenliste zu studieren und die Allergendeklaration anzuschauen. Da auch bekannte Produkte Änderungen in der Rezeptur erfahren können, sollten Sie von Zeit zu Zeit deren Zutatenliste überprüfen.

Die IG Zöliakie der Deutschen Schweiz setzt sich für Zöliakie-Betroffene ein.

Glutenfreier Genuss bei Coop

Bei den glutenfreien Produkten umfasst das Sortiment von Free From was das Herz begehrt: von verschiedenen Broten und Mehlen über Teigwaren bis hin zu süssem und salzigem Gebäck. Und für die rasche Zubereitung gibt es praktische glutenfreie Tiefkühlprodukte wie Pizza, Lasagne oder Tortellini. Alle unsere glutenfreien Produkte werden von der IG Zöliakie zertifiziert und tragen das offizielle Symbol: die durchgestrichene Ähre im Kreis.

Glutenhaltig oder nicht?

Dieser praktischen Tabelle entnehmen Sie auf einen Blick, welche Lebensmittel kein Gluten enthalten, bei welchen Vorsicht geboten ist und auf welche Sie bei einer Glutenintoleranz verzichten sollten. Die Liste Sie ist jedoch nicht abschliessend. Um sicher zu gehen lesen Sie immer auch den Zutatentext der Produkte.

ProdukteEnthält kein GlutenKann Gluten enthaltenGlutenhaltig 

Getreide und stärkehaltige Produkte

Mais, Reis, Hirse, Buchweizen, Quinoa, Amaranth, Johannisbrotkernmehl. Maniok und Maniokstärke (Tapioka). Kartoffeln und Kastanien.

Fertigprodukte wie Pommes frites, Kroketten, Flips, Chips, Puffreis.

Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Kamut, Spelt, Triticale, Emmer, Grünkern. Alle aus diesen Getreidearten hergestellten Produkte wie Mehl und Griess, Bulgur, Couscous, Teigwaren, Brot und Backwaren, Flocken, Müesli, Paniermehl, Stärke.

Hülsenfrüchte

Tofu, Sojadrink.

Linsen, Kichererbsen, Borlottibohnen.

Soja-Vollkorn-Teigwaren.

Milchprodukte und Käse

Milch, Naturejogurt, Naturequark, Rahm.

Schmelzkäse, Frischkäsezubereitung, Cremes, Pudding, Milchshakes.

Jogurt mit Flocken.

Früchte und Nüsse

Alle Früchte und Nüsse.

Kandierte Früchte.

Bemehlte Trockenfrüchte.

Gemüse und Kräuter

Alle Gemüsesorten und Kräuter.

Gemüsefertiggerichte.

Paniertes oder bemehltes Gemüse.

Eiweisslieferanten

Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte unverarbeitet, Eier, Tofu.

Wurst- und Fleischwaren, Fisch und Fleisch, mariniert oder mit Sauce.

Fisch und Fleisch, paniert, bemehlt oder mit glutenhaltigen Saucen.

Gewürze 

«Reine» Gewürze und Gewürzmischungen

Streuwürze, Gewürzzubereitungen

Aromat

Fette und Öle, Saucen, Suppen 

Pflanzliche Fette und Öle, Butter, Margarine. Essig, reine Gewürze (z.B. Paprika, Pfeffer) und Salz.

Saucen, Sojasauce, Bouillon, Suppen, Gewürzzubereitungen, Streuwürze.

Béchamelsauce, Aromat.

Süssigkeiten, Zucker

Honig, Zucker, Konfitüre, Ahornsirup.

Schokolade, Bonbons, Pralinen, Glace, Kaugummi, Backzutaten (z.B. Dekor, Backpulver).

Schokolade mit glutenhaltigem Getreide, Biskuits, Guetzli, Kuchen und Torten.

Getränke 

Süssgetränke wie Coca Cola, Sirup, reine Fruchtsäfte und Nektar, reiner Schwarz-, Kräuter- und Früchtetee, Bohnenkaffee, Wein, Sekt, Prosecco, reine Schnäpse.

Fertigmischungen für Frappé, Schokoladengetränke, Eistee.

Gersten- oder malzhaltiger Kaffeeersatz, Ovomaltine, Bier.

Glutenhaltige Getreidesorten

  • Weizen
  • Roggen
  • Hafer 
  • Gerste
  • Kamut (Getreideart)
  • Einkorn (Getreideart)
  • Emmer (Weizenart)
  • Triticale (Weizen-Roggen-Kreuzung)
  • Grünkern (unreif geernteter Dinkel, Einkorn oder Emmer) 

Deklaration glutenhaltiger Lebensmittel

Gesetzlich ist vorgeschrieben, dass glutenhaltige Zutaten und Spuren von Gluten ab einer gewissen Menge deklariert werden müssen. Die richtige und verständliche Deklaration von glutenhaltigen Zutaten und Spuren von Gluten ist für Menschen mit Zöliakie von grosser Wichtigkeit. Der Hinweis «kann Spuren von Gluten enthalten» muss bei Lebensmitteln ab einer Menge von 200 Milligramm Gluten pro Kilogramm angegeben werden.

Doch wie ist es möglich, dass ein Produkt, hergestellt aus glutenfreien Zutaten, Spuren von Gluten enthält? Die sogenannte Kontamination kann beispielsweise bei der Produktion erfolgen, wenn im Betrieb auch glutenhaltige Zutaten verarbeitet und abgepackt werden. Produziert ein Hersteller beispielsweise Maiscornflakes auf denselben Anlagen wie ein glutenhaltiges Produkt, können die Maiscornflakes Spuren von Gluten enthalten.

Hingegen werden Spezialprodukte, wie zum Beispiel die Produkte des Free-From-Sortiments durch spezielle Verfahren hergestellt und enthalten maximal 20 Milligramm Gluten pro Kilogramm. Denn ein Produkt darf nur als «glutenfrei» ausgewiesen werden, wenn es diesen Wert nicht überschreitet. Sämtliche Produkte des Free-From-Sortiments sind somit glutenfrei und können bedenkenlos konsumiert werden.