Projektschokolade «Madagascar»

Madagascar produziert nur 1 % der weltweiten Kakaomenge – aber zu 100 % Edelkakao. Bei Schokoladenkennern rund um den Globus ist der Madagascar-Kakao eine geschätzte Rarität, die dank des einzigartigen Bodens und Klimas auf der Insel unverkennbare Geschmacksnoten aufweist.

Das Projekt Madagascar

Das Projekt Madagascar fördert in der Region Masoala den nachhaltigen Anbau von Trinitario und Criollo Edelkakao in dynamischen Agroforstsystemen und schützt den durch illegale Besiedelung und Abholzung gefährdeten Masoala-Nationalpark.
  • Rund 90 % der ursprünglichen Wälder Madagascars sind verschwunden. Bäume werden brandgerodet, um Reis oder andere Pflanzen in Monokulturen anzubauen.
  • Nach wenigen Jahren ist die Erde dadurch ausgelaugt und ausgetrocknet.
  • Das Projekt Madagascar wurde 2018 gestartet. Es ermöglicht Kakaobauern einen gesicherten Lebensunterhalt und schützt gleichzeitig Umwelt und Klima.
  • Es fördert den Anbau des Edelkakaos Trinitario im Agroforstsystem zusammen mit Früchten, Gemüse und Edelholzbäumen. Dank ausgewogenem Anbau sind die Pflanzen gesünder und produktiver.
  • Bis 2028 sollen rund 200 Kleinbauern die Agroforstmethode anwenden. 200 bis 300 Hektar Mono- sollen in Mischkultur umgewandelt werden.

Auswirkungen des Projekts

Vorteile für die Kleinbauern

Die Böden der Kleinbauern werden fruchtbarer, die Kakaoproduktivität steigt. Gleichzeitig entfallen die Ausgaben für teuren Kunstdünger und Pestizide. Durch den Mischanbau wird ihr Einkommen diversifiziert, das Missernterisiko minimiert und die Ernährungssicherheit gewährleistet: Laufend lassen sich die diversen Kulturpflanzen verkaufen oder selbst konsumieren. Nach 20 bis 30 Jahren können die Bauern ausserdem ihre Edelhölzer schlagen und teuer veräussern – sofern rechtzeitig Ersatz gepflanzt wird. Zusätzlich profitieren die Produzenten von den Prämien für die Bio Knospe- und Fairtrade Max Havelaar-Zertifizierung ihrer Bohnen.

Bäuerin Felicia

Felicia Randrasason aus Vodiriana

Bauer Felestin

Felestin Randrianjafy aus Marovovonana

Eindrücke aus Madagascar

Agroforstwirtschaft

Bei der dynamischen Agroforstwirtschaft wird der Kakao unter ähnlichen Bedingungen kultiviert, wie im tropischen Regenwald, wo er ursprünglich beheimatet war. Die Bauern kultivieren ihren Kakao in Kombination mit anderen Nutzpflanzen (z.B. Banane, Mango, Maniok) und mit riesigen Edelholzbäumen (z.B. Mahagoni). Die verschiedenen Pflanzen unterstützen einander: Lichtliebende, hoch wachsende Kulturen überdecken schattenbedürftige; Pflanzen mit hohen Nährstoffansprüchen erhalten Unterstützung von nährstoffspendenden Nachbarn. Der Kakao wächst in diesem ausgewogenen Mischanbau im feucht-schattigen Unterholz. Dort fühlt er sich wohl, liefert mehr Früchte und ist widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten, Schädlingen und Wetterextremen.

Bei der dynamischen Agroforstwirtschaft werden die verschiedenen Pflanzen stetig zurückgeschnitten. Es fallen grosse Mengen organischen Materials an, das im Gegensatz zum Monokulturanbau nicht weggeworfen oder verbrannt, sondern als Mulch liegen gelassen wird. So trocknet der Untergrund nicht aus, und die Nährstoffe gelangen zurück in den Boden. Ein geschlossener Kreislauf also. Kunstdünger? Pestizide? Kein Bedarf. 

Das Projekt Madagascar wird von Chocolats Halba und Coop zusammen mit der US-Naturschutz-Stiftung WCS, der Schweizer Entwicklungsorganisation Helvetas Intercooperation und dem Zoo Zürich durchgeführt.

Naturaplan Projektschokolade

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