Fertiggerichte – Fluch oder Segen?

Obwohl Kochen boomt – im Arbeitsalltag bleibt oft nur wenig Zeit dafür. Gerade in Zeiten von Corona, wo Restaurants geschlossen sind, greifen viele auf Fertiggerichte und Convenience zurück. Manche dankbar und genussvoll, andere mit schlechtem Gewissen. Was ist dran an den Vorwürfen als Dickmacher?

Fördern Fertiggerichte Übergewicht?

Pizza als kalorienreiches Fertiggericht

Studien zeigen, dass mit dem häufigen Konsum von hochverarbeiteten Lebensmitteln – darunter auch Fertiggerichte – das Risiko für Übergewicht steigt. Wir gehen der Frage nach möglichen Gründen nach. Auch möchten wir herausfinden, ob tatsächlich alle Fertiggerichte eine Gewichtszunahme begünstigen. 

Stark verarbeitete Fertiggerichte können innert kürzester Zeit – ohne gross zu kauen – verzehrt werden. Denken wir beispielsweise an Pommes mit einem Burger in einem fluffigen Brötchen oder ein Teigwarenfertiggericht ohne Gemüse. Sie werden oft rasch nebenbei gegessen und bestehen aus raffinierten Weissmehlprodukten. Gemüse, welches den Magen füllt, ohne Kalorien zu liefern, ist nicht enthalten. Auch Nahrungsfasern aus Hülsenfrüchten oder Vollkorngetreide fehlen, welche zu einer längeren Magenverweildauer und Sättigung verhelfen würden. 

Somit sind relevante Faktoren bereits gefunden. Denn Kauen, Magenverweildauer und Magendehnung haben einen bedeutenden Einfluss auf das Sättigungsgefühl. Über stark verarbeitete Fertiggerichte werden hohe Energiemengen zugeführt, ohne dass dies der Körper so richtig realisiert. Damit nicht genug: Das nicht lange anhaltende Sättigungsgefühlt führt bald zu erneutem Hunger. Die hohe Energiedichte und ein nicht langanhaltendes Sättigungsgefühl begünstigen somit Übergewicht. 

Soll auf Fertiggerichte und verarbeitete Convenience-Produkte verzichtet werden?

Salatbowls: gesunde Fertiggerichte mit Gemüse, Eiweiss und Kohlenhydraten

Nein. Denn es sind nicht industriell verarbeiteten Mahlzeiten per se, die dick machen. Fertigmahlzeiten gibt es heute lange nicht mehr nur in hochverarbeiteter Form! Es gibt auch viele ausgewogene Fertigmahlzeiten. Eine solche enthält Gemüse, Eiweiss und Kohlenhydrate. Letztere am besten aus Hülsenfrüchten wie Linsen oder Vollkornprodukten. 

Ausgewogene Tagesfrischartikel mit viel Gemüse erobern zurzeit die Läden der Schweiz und freuen sich grosser Beliebtheit.

Mit Hilfe von Convenience Produkten, welche die Zubereitungszeit stark verkürzen, lässt sich zu Hause im Nu eine ausgewogene Mahlzeit zaubern. Denken wir beispielsweise an eine Spätzlipfanne mit frischem Gemüse, überbacken mit etwas Käse. Oder Tortellini, zubereitet mit einer frischen Gemüsetomatensauce.

Fertiggerichte mit wenig oder keinem Gemüse lassen sich sehr gut mit einem gemischten Salat kombinieren. So hält das Sättigungsgefühl länger an und Vitamine und Mineralstoffe gibt's noch dazu. 

Und was ist mit Zusatzstoffen?

Ein ausgewogenes Müsli beinhaltet Eiweiss und gesunde Kohlenhydrate

Zusatzstoffe, welche in Fertigmahlzeiten und Convenience-Produkten angeblich reichlich enthalten sind, werden von vielen Konsumenten gefürchtet. Es lohnt sich, mal einen Blick auf die Zutatenlisten zu wagen. Denn heute gibt es viele Convenience-Produkte und Fertiggerichte, die ganz ohne Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker und Aromen auskommen.

Die Mikrowelle – ein Vitaminkiller?

Gerne wird behauptet, dass beim Aufwärmen von Gerichten in der Mikrowelle alle wertvollen Vitamine zerstört werden. Untersuchungen zeigen, dass dies nicht stimmt. Denn beim Vitaminverlust hat der Faktor Zeit den grössten Einfluss. Langes Kochen und Warmhalten führt zu einem höheren Vitaminverlust als kurzes Erwärmen in der Mikrowelle.

Im Übrigen sind nicht alle Vitamine empfindlich gegenüber Hitze. Hitzestabil sind die Vitamine A, B12, D und E.

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