Pflanzenbasierte Ernährung

Die Zahl der Menschen, die auf Fleisch oder andere tierische Produkte verzichten, steigt stetig. Doch welche Ernährungsformen neben Vegetarismus und Veganismus gibt es noch? Der Plant Based Food Report konnte 4 Ernährungstypen ausmachen.

Die Schweiz: Ein Land der Flexitarier

Pflanzenbetonte Ernährungsweise: Plant based
Foto von Fuzzy Rescue auf Pexels

Die gesundheitlichen Vorteile einer pflanzenbetonten Ernährungsweise sind durch wissenschaftliche Daten sehr gut belegt. Studien zeigen, dass Vegetarier weniger an Übergewicht leiden, tiefere Blutdruckwerte haben, seltener an Krebserkrankungen sterben und weniger Vegetarier frühzeitig an Herz-Kreislaufkrankheiten sterben.

Meist geht eine vegetarische Ernährung aber auch mit einer gesünderen Lebensweise einher, die natürlich auch einen starken Einfluss auf die genannten Punkte hat. Vegetarier treiben meist mehr Sport, rauchen seltener und trinken weniger Alkohol.

Coop hat eine umfassende Studie zur pflanzenbasierten Ernährung in Auftrag gegeben und darauf basierend pünktlich auf den Veganuary 2021 – den veganen Januar – den ersten Plant Based Food Report veröffentlicht. Aus den Ergebnissen des Plant Based Food Report können 4 verschiedene Ernährungstypen abgeleitet werden, die bewusst auf tierische Lebensmittel verzichten und diese mit pflanzlichen Lebensmitteln in ihre Ernährung ersetzen.

Flexitarier

Gemüsenudeln als Alternative
Foto von RF Studio von Pexels

Der Begriff Flexitarier setzt sich zusammen aus dem englischen flexible + vegetarian (= flexitarian). Sie essen zwar häufig vegetarisch, möchten aber dennoch nicht ganz auf Fleisch verzichten. Man könnte Flexitarier also als Teilzeitvegetarier bezeichnen.

58 % der Schweizer Bevölkerung verzichten bewusst mehrmals pro Monat auf tierische Lebensmittel und gehören somit zu den Flexitariern. Ihr Anteil hat seit 2016 stark zugenommen, damals waren es noch 43 %. Haupttreiber für diese Ernährungsform ist die eigene Gesundheit. Im Blick auf die Altersgruppen sind besonders viele Flexitarier unter den 15- bis 29-Jährigen sowie bei den über 60-Jährigen zu finden. Zu den Flexitariern zählen sich verhältnismässig mehr Frauen als Männer. Deutschschweizer liebäugeln leicht mehr mit dem Flexitarismus als Tessiner oder Romands.

Topmotive für diese Ernährungsform:

  • Der Gesundheit zuliebe
  • Zur Abwechslung
  • Der Umwelt zuliebe

Neuer Genusstyp: «Substitarier»

Tofuschnitzel mit gegrillter Zitrone
Foto von Likemeat auf Unsplash

Sie geniessen gerne pflanzliche Ersatzprodukte, die dem tierischen Original nachgeahmt sind und reduzieren so tierische Proteine in ihrer Ernährung. Der Report zeigt auf, dass die Käufer von pflanzenbasierten Ersatzprodukten häufig keine strikten Veganer oder Vegetarier sind, sondern eine Untergruppe der Flexitarier sind. Sie essen meist auch Fleisch, Fisch, Milch und/oder Käse und kombinieren diese sogar häufig zusammen in derselben Mahlzeit mit pflanzlichen Ersatzprodukten. Man kann hier von einem neuen Genusstyp sprechen – der Food Report tauft die «Substitarier».

Pflanzenbasierte Ersatzprodukte werden hauptsächlich von jungen Frauen aus städtischen Gebieten in der Deutschschweiz eingekauft sowie von 50- und 60-Jährigen – letztere kaufen teils für ältere Kinder mit ein, die noch im selben Haushalt leben. Die über 60-Jährigen greifen dagegen nur selten zu Ersatzprodukten, sie essen statt tierischer Lebensmittel mehr Gemüse oder andere vegetarische Lebensmittel. Vegane Käseersatzprodukte sind vor allem bei den Frauen heissbegehrt, die Männer dagegen greifen am ehesten zu Fleischersatzprodukten. Weitere spannende Erkenntnis: Kunden, die regelmässig pflanzenbasierte Ersatzprodukte kaufen, haben allgemein einen ausgewogeneren Einkaufskorb; sie kaufen weniger Alkohol und Schokolade, dafür mehr Gemüse und Früchte.

Topmotive für diese Ernährungsform:

  • Zum Ausprobieren
  • Zur Abwechslung
  • Der Gesundheit zuliebe

Vegetarier

Couscous-Gemüsepfanne für vegetarische Ernährung
Foto von Ella Olsson auf Pexels

Bei einer vegetarischen Ernährung werden Fleisch und Fisch vom Speisenplan gestrichen und vorwiegend pflanzliche Lebensmittel verzehrt.

3 % der Schweizer Bevölkerung ernähren sich vegetarisch. Im Gegensatz zu den Flexitariern und den Substitariern sind bei den Vegetariern ethische Gründe und der Tierschutz die Hauttreiber für ihre Ernährungsweise.

 

 

Topmotive für diese Ernährungsform:

  • Aus ethischen Gründen
  • Zum Schutz der Tiere
  • Der Umwelt zuliebe

Veganer

Vegane Ernährung: rein pflanzliche Lebensmittel
Foto von Ella Olsson auf Pexels

Bei einer veganen Ernährung wird auf alle Lebensmittel tierischen Ursprungs verzichtet wie z. B. Fleisch, Fisch, Milch, Eier und Honig. Da Veganismus auch eine Lebenseinstellung ist, verwenden Veganer auch in ihrem alltäglichen Leben keine tierischen Produkte wie Kleidung aus Leder, Seide oder Wolle und achten auf vegane Pflegeprodukte ohne tierische Bestandteile.

2 % der Schweizer Bevölkerung ernähren sich vegan. Veganer verzichten am häufigsten aus ethischen Gründen auf tierische Produkte.

Topmotive für diese Ernährungsform:

  • Aus ethischen Gründen
  • Der Umwelt zuliebe
  • Der Gesundheit zuliebe

 

Der komplette Coop Plant Based Food Report 2021 ist hier zu finden.

Unsere Eigenmarken und Gütesiegel