E-Nummern – unnötiger Zusatz?

Zusatzstoffe machen Konfitüre streichfähig, Brot luftig oder Lebensmittel länger haltbar. Der Einsatz ist in vielen Produkten sinnvoll und für die Produktsicherheit teilweise unabdingbar. Denn: Viele Zusatzstoffe verhindern die Vermehrung von gesundheitsschädlichen Bakterien und Pilzen.

Was sind Zusatzstoffe?

Eine Honigwabe mit Bienen darauf
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Zusatzstoffe werden auch E-Nummern genannt. Das E steht für Europa, aber auch für «edible» (engl. essbar). Zusatzstoffe werden chemisch-synthetisch oder mithilfe von Mikroorganismen hergestellt. Auch pflanzliche oder tierische Bestandteile können Ausgangsmaterialien von Zusatzstoffen sein.

Es gibt nur wenige E-Nummern, die ausschliesslich aus tierischem Material gewonnen werden können. Ein Beispiel ist Bienenwachs (E 901). Dieses wird als Überzugsmittel z. B. bei Back-Dekor-Artikeln oder Schoko-Linsen eingesetzt. Rund 40 Zusatzstoffe können entweder tierisch oder pflanzlich sein, darunter sind vorwiegend Emulgatoren aus Fettsäuren. Diese helfen, Zutaten miteinander zu verbinden, die sich normalerweise abstossen würden, z. B. Wasser und Öl. Ob ein Zusatzstoff tierischer oder pflanzlicher Herkunft ist, lässt sich der E-Nummer nicht entnehmen. Ist ein Produkt mit dem offiziellen V-Label lizenziert, ist jedoch garantiert, dass ausschliesslich vegetarische oder vegane Zusatzstoffe enthalten sind. In allen anderen Fällen kann der Hersteller Auskunft geben.

Lebensmittel oder Zusatzstoff?

Gemüse und im Vordergrund Rosmarin
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Als Gewürz kann Rosmarin z. B. einer Tomatensauce den besonderen Geschmack verleihen. In der Zutatenliste steht in diesem Fall Rosmarin. Extrakte aus Rosmarin werden in der Zutatenliste hingegen als «Antioxidationsmittel E 392» deklariert. Durch die Verarbeitung und den Einsatz als Antioxidationsmittel zählen Extrakte aus Rosmarin zu den Zusatzstoffen. Sie schützen beispielsweise Kartoffel-Kroketten vor brauner Verfärbung.

Sind Zusatzstoffe gesundheitlich bedenklich?

Viele Konsumenten und Konsumentinnen stehen Zusatzstoffen kritischen gegenüber. Sie möchten keine «Chemie» im Essen. Konsumentenschützer warnen vor gesundheitlichen Gefahren, die von Zusatzstoffen ausgehen sollen. In der Regel sind diese Bedenken unbegründet, denn alle Zusatzstoffe werden auf ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit überprüft, bevor sie zugelassen werden. Zudem werden Zusatzstoffe regelmässig neu geprüft: Wenn eine Neubewertung Zweifel an der Unbedenklichkeit aufkommen lässt, wird der Zusatzstoff verboten. In der Zusatzstoffverordnung ist geregelt, welche Zusatzstoffe für welche Lebensmittel zulässig sind. Dort ist auch festgehalten, welche Mengen eingesetzt werden dürfen.

So erkennen Sie Zusatzstoffe

Zusatzstoffe werden in der Zutatenliste aufgeführt und gemäss ihrem Verwendungszweck einer Gattungsbezeichnung zugeordnet. Die Gattungsbezeichnung (z. B. Antioxidationsmittel oder Säuerungsmittel) wird immer angegeben. Danach kann der Hersteller wählen, ob er entweder die Bezeichnung (z. B. Zitronensäure) oder die E-Nummer (z. B. E 330) angibt. Coop deklariert konsequent alle Zusatzstoffe mit ihrer E-Nummer.

Können Zusatzstoffe Unverträglichkeiten und Allergien auslösen?

Ein Glas Rotwein
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Unverträglichkeiten gegen Zusatzstoffe kommen vor, sind aber selten. Allergische Reaktionen gegen Lebensmittel wie Sellerie, Nüsse, Milch oder Fisch sind weitaus häufiger. Wird ein Zusatzstoff aus einem deklarationspflichtigen Allergen wie beispielsweise Ei, Schwefel oder einem glutenhaltigen Getreide gewonnen, muss das Allergen angegeben werden: z. B. Konservierungsstoff (E 1105 aus Eiklar), Konservierungsstoff (E 220 [Sulfit]) oder modifizierte Weizenstärke (E 1404).

Einsatz von Zusatzstoffen bei Coop

Bunte Süssigkeiten

Coop setzt Zusatzstoffe nach dem Motto «so viel wie nötig, so wenig wie möglich» ein. Coop hat zudem über 50 Zusatzstoffe definiert, welche in ihren Eigenmarken nicht erwünscht sind. Dies sind Zusatzstoffe, bei welchen aus Konsumentensicht gesundheitliche Vorbehalte bestehen oder welche Unverträglichkeiten auslösen können.

  • Auf Azofarbstoffe(1) wird bei Coop Eigenmarken verzichtet.  
  • Aluminiumhaltige Zusatzstoffe kommen bei Coop Eigenmarken nicht zum Einsatz.
  • Coop verzichtet, wo möglich, auf sulfithaltige Konservierungsmittel (E 220 bis E 228). 
  • Coop hat bei Eigenmarken auf Rezepturen ohne Titandioxid E 171(2) umgestellt. 

(1) Bei Azofarbstoffen gibt es Hinweise darauf, dass diese Hyperaktivität bei Kindern begünstigen könnten.

(2) Titandioxid E 171 macht Produkte weiss und glänzend. Eine neue Einschätzung der Europäischen Sicherheitsbehörde (EFSA) vom Frühling 2021 hat ergeben, dass gesundheitliche Risiken nicht ausgeschlossen werden können.


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