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„Das Engagement von Annie Rossi war ein Glücksfall“

Interview mit Matthias Tobler, Verwaltungsratspräsident der Domaine Grillette in Neuenburg
Die Domaine Grillette gehört dem Grossisten Scherer & Bühler in Meggen. Sie hat den Betrieb vor neun Jahren gekauft. VR-Präsident Matthias Tobler zieht eine Bilanz und äussert sich zu den Zukunftsplänen. Grillette hat für die Edition Peter Keller einen exklusiven und grandiosen Pinot noir gekeltert.
Herr Tobler, warum hat Scherer & Bühler die Domaine Grillette gekauft?
Matthias Tobler: Wir wollten das Handelsgeschäft bewusst mit einem Produktionsbetrieb ergänzen und so unsere Kompetenz steigern. Zudem lässt sich dank einem solchen Kauf die Wertschöpfungskette für die ganze Gruppe verbessern. Zudem erfolgte die Investition bewusst im überschaubaren, lediglich 600 Hektaren grosssen Anbaugebiet Neuenburg, wo man sich besser profilieren kann als beispielsweise in der Waadt.
Wie sieht Ihre Bilanz nach neun Jahren aus? Würden Sie es wieder tun?
Ich würde Grillette wieder kaufen, obwohl es gewisse Anfangsschwierigkeiten geben hat. 2013 etwa wurden 85% der Ernte verhagelt. Nie bereut habe ich die Umstellung auf die Biodynamie im gleichen Jahr. Das hat uns einen grossen Schub nach vorne gebracht. Grillette besitzt sehr gute Lagen, deren Potenzial wir noch nicht voll ausgeschöpft haben.
Welchen Anteil an der Neuausrichtung trägt die 2015 engagierte Kellermeisterin Annie Rossi bei?
Annie Rossi ist ein Glücksfall für uns. Den Tipp bekam ich von Isabel Ferrando von der Domaine Saint-Préfert im Châteauneuf-du-Pape. Annie Rossi, die aus einem unternehmerisch denkenden Elternhaus kommt, und ich haben die gleiche Grundphilosophie. Das ist wichtig, um das Gut weiterentwickeln zu können. Rossi hat schnell zugesagt, wollte aber bei einem Vorstellungsgespräch einen Termin bei Regen und Nebel abmachen, um zu wissen, ob es ihr in Cressier auch bei schlechtem Wetter gefällt.
Wo liegen die Prioritäten in Zukunft?
Wir wollen so nachhaltig wie möglich in den Rebbergen arbeiten. Im Keller verzichten wir auf die önologische Trickkiste. Die Weine sollen das Terroir noch besser ausdrücken, hochwertiger, geradliniger und so wenig holzbetont wie möglich sein. Ziel ist, dass sich Grillette unter den Schweizer Top-Weingütern etablieren kann. Die Weine sollen aber für jedermann erschwinglich bleiben.
Grillette kultiviert 14 Rebsorten. Ist das nicht zu viel des Guten?
Wir pflegen bewusst so viele Spezialitäten und nennen uns „Uhrmacher des Weins“. Diese feilen an komplexen, mechanischen Uhrwerken. Wir haben auch komplexe Abläufe und vinifizieren jede der über 80 Parzellen eigenständig. Daraus werden die entsprechenden Cuvées entwickelt. Wenn Grillette marketinggetrieben wäre, müssten wir es anders machen. Wir wollen indessen jedem Geniesser etwas Passendes bieten.
Wird die Domaine Grillette noch wachsen?
Mit knapp 19 Hektaren ist bereits eine stattliche Grösse erreicht worden. Wir wollen kontrolliert wachsen. Wenn es Möglichkeiten gibt, hoffen wir, weitere Rebberge erwerben zu können. Mit der Domaine Grisoni befindet sich zudem ein zweites, unabhängiges Gut in unserem Besitz.
Interview: Peter Keller