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Frag den Keller

Du hast Fragen zum Thema Wein? Stelle Peter Keller auf unserer Facebook-Seite facebook.com/coopmondovino deine Frage und finde hier die Antwort dazu.

Warum wird zu Fisch hauptsächlich Weisswein und nicht Rotwein getrunken?

Das ist eine Regel, die man gelegentlich brechen sollte. Der wichtigste Faktor für die Wahl eines Weins ist die Zubereitung. Klar: Zu einem pochierten Fisch passt ein frischer, fruchtiger, leichter bis mittelschwerer Weisser am besten. Wird der Fisch gebraten oder grilliert, können die gerösteten Geschmacksnoten jedoch sehr gut zu einem roten Tropfen passen. Ich würde aber keine Gerbstoff-betonten Sorten wie Cabernet Sauvignon oder Nebbiolo auswählen. Besser funktionieren also etwa ein Pinot noir zu Lachs oder Kabeljau oder ein Nero d’Avola aus Sizilien zu einem grilliertem Thunfisch. En Guete!

Die meisten trinken zum Grillieren Bier. Aber gibt es einen Wein, welchen Sie zu einem gemütlichen Grillabend empfehlen können?

Ja, das gibt es sehr wohl. Geradezu eine perfekte Kombination zu einer Fleisch-Grillade ist der Malbec. Die Sorte wird vor allem in Argentinien kultiviert und ergibt vollmundige, kräftige Weine mit schöner Frucht und runden Tanninen. Das südamerikanische Land ist bekannt für seine ausladenden Fleischgerichte. Vom preislich vorzüglichen Einsteige-Produkt bis hin zum teuren Premiumgewächs findet man eine erfreulich breite Palette an stilistisch unterschiedlichen Malbec-Weinen. Zu einem Steak passen aber auch ein im Holz ausgebauter Syrah aus dem französischen Rhonetal oder dem Wallis sowie - ganz klassisch - ein Bordeaux.

Hallo Peter, gibt es in der Weinwelt speziell gute Jahrgänge und unter welchen Kriterien definieren sich solche?

Das Schöne am Wein ist die Tatsache, dass er je nach Jahrgang unterschiedlich ausfällt. Sonst könnte man auch Coca-Cola trinken. Es schmeckt immer gleich. Wenn alle Parameter stimmen, kein Frost im Frühling, regelmässiger Austrieb der Reben, warmer, nicht zu heisser Sommer mit wenig Regen, schöner Herbst ohne Feuchtigkeit, aber mit kühlen Nächten, dann sind die Voraussetzungen für ein speziell gutes Jahr gegeben. Exzellenter Wein entsteht im Rebberg und nicht im Keller. Dort sollte ihn der Winzer nur noch begleiten - und keinen Fehler begehen.

Hallo Peter, was hältst du von Drinks, bei welchen Wein mit anderen Getränken gemischt wird? Gibt es einen den du auch selber gerne geniesst?

Solche Getränke sind eine gute Möglichkeit, junge Leute an den Wein heranzuführen. Das ist okay. Hugo oder Sangria trifft man ja inzwischen an jeder mittelmässigen Bar an. Vielfach wird leider ein ebenso mittelmässiger Tropfen für diese Cocktails zugegeben. Wenn schon, dann bitte einen hochwertigen Prosecco für den Hugo oder einen kräftigen Rioja für den Sangria verwenden! Ich selber gehöre zu den Puristen und geniesse am liebsten „nur“ Wein. Mag sein, dass ich vielleicht einmal ein spezielles Genuss-Erlebnis verpasse. Aber ich vermag keine (guten) Weine zu vermixen. Und auf schlechte verzichte in jedem Fall.

Lieber Peter, habe soeben eine Flasche Rotwein mit Zapfen geöffnet und keinen Ersatz zu Hause. Gibt es einen Trick, welcher diesen Wein geniessbar machen könnte?

Ich muss Dich leider enttäuschen: Das gibt es nicht. Hat der Wein einen Korkgeschmack, so ist er unwiederbringlich verloren und muss ausgekippt werden. Er taugt nicht einmal zum Kochen. Schätzungsweise zwei, drei Prozent aller so verschlossenen Tropfen sind davon betroffen. Eigentlich hast Du nur zwei Möglichkeiten, um nicht zu verdursten. Du kaufst mindestens zwei Flaschen des gleichen Weins oder Du weichst auf ein Beispiel mit einem Drehverschluss aus. In diesem Fall ist ein Korkgeschmack ausgeschlossen.

Lieber Peter, ist der Preis ein Indikator für einen guten Wein? Sprich, muss ein guter Wein teuer sein?

Nein. Es gibt auch in einer Preisspanne von 10 bis 20 Franken gelungene Weine. Nur ist es nicht ganz einfach, die wirklichen Trouvaillen auch zu finden. Ein bisschen Wissen und Übung im Degustieren helfen bestimmt weiter. Oder man verlässt sich auf einen unabhängigen Weinkritiker. Schwieriger wird es unter diesem Preislimit. Da kann man keine handwerklich erzeugten Weine mehr erwarten. Angeboten werden vielmehr industriell gefertigte Tropfen, zwar einwand-und fehlerfrei, aber ohne viel Eigenständigkeit, Jahrgangs-Typizität und Herkunftscharakter.

Lieber Peter, was sind die grössten Fettnäpfchen, die es beim Wein zu vermeiden gilt?

Der Weingenuss ist ein heikles Pflaster und Fettnäpfchen lauern überall.
Prahle in einer geselligen Runde nicht mit einem Pseudowissen, denn ein Experte sitzt immer am Tisch. Lieber schweigen und geniessen. Ein absolutes No-Go: Werfe nie einen Eiswürfel in ein Glas Wein. Das verdünnt den edlen Tropfen und ist stillos. Wer zum Salat Wein trinkt, disqualifiziert sich gleich selber. Essig und Wein vertragen sich nicht. Und wer das Geschäftsessen vor sich hat, soll dort nicht übermässig viel trinken. Zu viel Alkohol kann in jeder Beziehung und im Büro-Alltag fatale Folgen haben.

Lieber Peter, darf man den eigenen Wein ins Restaurant mitnehmen?

Man soll sogar den eigenen Wein ins Restaurant mitnehmen.
Wer das nicht akzeptiert, verliert mit Sicherheit Gäste. Allerdings ist es nicht mehr als höflich, für diesen Service ein angemessenes Zapfengeld zu entrichten. Was heisst angemessen? 25 bis höchstens 30 Franken finde ich fair. Wenn ein Restaurant mehr verlangt, ist es schon bald Wucher. Was überhaupt nicht geht: Ein Lokal berechnet für eine Magnum den doppelten Preis. Alles schon vorgekommen. Ein renommiertes Restaurant kassierte dafür horrende 90 Franken.

Lieber Peter, darf man im Restaurant einen Wein zurückgeben?

Selbstverständlich. Wenn ein Wein Zapfen hat, dann ist es gar deine Pflicht, dies dem Personal zu sagen.
Der Wein muss anstandslos ausgetauscht werden. Schau in jedem Fall darauf, dass du bei deiner Bestellung den Wein degustieren kannst. Wenn dir ein Tropfen nicht gefällt, nimmt ein kulantes Lokal den Wein zurück und schlägt eine Alternative vor.

Lieber Peter, wie voll sollte man das Weinglas eigentlich einschenken?

Ganz bestimmt nicht randvoll. Das ist weder stilvoll noch ist es angenehm, aus einem solchen Glas zu trinken.
Zudem kann sich der Wein in Geruch und Geschmack nicht entsprechend entfalten. Das Glas sollte lediglich bis dorthin gefüllt werden, wo der Durchmesser am grössten ist. Je nach Glasgrösse ist es maximal die Hälfte. Etwas mehr darf es beim Schaumwein sein. So wird die Perlage, ein wichtiges Qualitätskriterium, besser sichtbar.

Welches ist der beste Weisswein, den du je getrunken hast?

Es ist vielleicht nicht der beste, aber derjenige Weisswein, der mich am meisten geprägt hat.
Der deutsche Riesling Halenberg, ein Grosses Gewächs des Weinguts Emrich-Schönleber aus dem Anbaugebiet Nahe, öffnete mir vor mehr als zehn Jahren die Türe für die faszinierenden Tropfen des nördlichen Nachbarlands. Nirgends gibt es solch hohe Qualitäten zu relativ moderaten Preisen. Die überraschendste Entdeckung betrifft die puristischen, schnörkellosen Rieslinge von Eva Fricke aus dem Rheingau. Was die Quereinsteigerin leistet, verdient grossen Respekt. Riesling rockt und ist mit Abstand meine Lieblings-Weissweinsorte.

Hallo Peter Keller, bei dem Wein Tsampéhro Edition V habe ich gelesen, dass dieser eine Tabaknote aufweist. Wie kommt diese Note genau zustande?

Eine Tabaknote im Wein rührt vom Ausbau im Barrique her.
Das kleine Holzfass, vor allem falls es zum ersten Mal gebraucht wird, gibt Aromen wie Tabak, Kaffee und Röstnoten an den Wein ab. Wichtig zu wissen: Sie dürfen nicht dominieren, sondern sollen im Idealfall mit den fruchtigen Noten ein harmonisches Ganzes bilden. Daher empfiehlt es sich, Tropfen, die im Barrique reifen, erst drei, vier Jahre oder noch später nach der Ernte zu geniessen.

Darf man einen 6-Franken-Wein als Geschenk zu einem Nachtessen mitbringen?

Sparen kann man an vielen Orten, aber nicht mit einem dürftigen Weingeschenk. Wer will schon als Geizhals und Weinbanause dastehen?
Weine in dieser Preiskategorie sind meistens industriell erzeugte Massenware und schmecken jedes Jahr gleich oder ähnlich. Greifen Sie lieber etwas tiefer in die Tasche. Es muss nicht gleich ein Bordeaux für 50 Franken oder mehr sein. Schon in der Kategorie um 20 Franken lassen sich schöne Trouvaillen finden – gerade aus der Schweiz. Lokale, wenn möglich gar ökologische Weine liegen voll im Trend. Und angesichts der derzeitigen hitzigen Debatte um den Klimawandel punkten Sie mit einem solchen Geschenk auf der ganzen Linie!