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Berühmte Namen, talentierte Newcomer

Berühmte Namen, talentierte Newcomer

Das Piemont ist quasi der Himmel auf Erden für Geniesser - dank feinem Essen und grandiosen Weinen. 
Auf den Hügeln um die Stadt Alba werden mit dem Barolo und Barbaresco zwei der italienischen Königs-Gewächse angebaut. Eine Reihe von aussergewöhnlichen Winzern trägt dazu bei, dass das Anbaugebiet Weltruf erlangt hat. Das hat allerdings seinen Preis: Die Barolo- und Barbaresco-Weine kosten ein kleines Vermögen. Beispielsweise jene Crus von Giacomo Conterno aus Monteforte, der seine Gewächse teilweise bis zu acht Jahren in grossen Holzfässern reifen lässt. Das hat seinen Grund. Die aus Nebbiolo gekelterten Weine brauchen Zeit, bis die teilweise herben Gerbstoffe und präsente Säure integriert sind. Einen anderen Weg beschritt ein anderer Spitzenproduzent. Elio Altare ersetzte zum Entsetzen vieler Traditionalisten die Holzfässer durch Barriques, um so geschmeidigere und sanftere Weine keltern zu können. Der Erfolg gibt ihm Recht. Im Schatten der Baroli standen lange Zeit die Crus aus Barbaresco - bis Angelo Gaja kam. Der Winzer und Unternehmer setzt ebenfalls auf die kleinen Holzfässer, baut Lagenweine aus und kultiviert neben Nebbiolo auch erfolgreich globale Sorten wie Cabernet Sauvignon und Chardonnay. Wohl keiner im Piemont als Gaja hatte mehr Anteil daran, dass die Region heute mit die besten Gewächse Italiens produziert.
Piemont ist immer noch sehr Männer-geprägt. Wein-Frauen gibt es wenige. Zu den interessantesten Winzerinnen der Region zählt indessen die erst 30-jährige Giulia Negri aus La Morra. Die talentierte Newcomerin keltert grandiose Weine auf traditionelle Art und Weise und lässt sich dabei von der burgundischen Philosophie leiten. Ihr Credo: Kraft und Eleganz statt Fett und Breite. Und die Tropfen sollen zeigen, wo sie herkommen. Die sympathische Winzerin unternimmt im Keller wenig, denn im Grunde genommen sei die Vinifikation einfach, sagt sie. Giulia Negri, die zu jedem Tank oder Fass eine spezielle Beziehung hat, produziert ihre Weine nach ihrem Instinkt - spontane Gärung mit wilden Hefen, lange Mazeration in Holzgärständern, Ausbau in grossen Fässern aus slawonischer Eiche. Die drei (noch preiswerten) Baroli aus Einzellagen sind eine Offenbarung. Aber auch ihr Einstiegswein, der Langhe Nebbiolo, ist jeden Schluck wert. Für die Edition Peter Keller hat die Winzerin ein spezielles Fass selektioniert. Den Wein gibt es exklusiv auf Mondovino.