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Bio-Schaumweine sind im Vormarsch

Zunehmend mehr Winzer und Winzerinnen stellen auf den biologischen Weinanbau um. Das gilt auch für die Produktion von Schaumwein. Das prickelnde und nachhaltige Vergnügen kennt viele Namen: Champagner, Cava, Franciacorta, Sekt, Prosecco.
Noch immer ist der Champagner König unter den Schaumweinen. Hierzulande am beliebtesten ist jedoch der fruchtbetonte Prosecco aus dem Veneto. Die für die Perlage wichtige zweite Gärung geschieht in einem Drucktank statt. Demgegenüber findet dieser Prozess für Bubbles wie Champagner, Cava, Franciacorta oder Winzersekt in der Flasche statt. Die vielfältige Stilistik reicht in jedem Fall von trocken bis süss.
Perlende Preziosen in jeder Form finden zunehmend mehr Zuspruch unter der Kundschaft. Wie im gesamten Weinbau geht der Trend auch bei den Schaumweinen klar in Richtung des biologischen oder biodynamischen Anbaus. Viele Produzenten sind überzeugt, dass die besten Trauben nur durch ein Arbeiten im Einklang mit der Natur entstehen können. Die Qualität eines Bubbles wird - wie bei trockenen Weinen - im Rebberg bestimmt. Das bedeutet: weniger oder gar keine chemische oder synthetische Spritzmittel. Im italienischen Anbaugebiet Franciacorta beispielsweise, in dem die Hersteller hochwertige, in der Flasche vergorene Schaumweine keltern, werden bereits über 60 Prozent der Rebfläche von gut 2700 Hektaren biologisch bearbeitet.
Aber auch in der berühmtesten Schaumweinregion der Welt, in der Champagne, stehen der Schutz der Umwelt und Nachhaltigkeit oben auf der Prioritätenliste. So will man die Wasserbilanz und den CO2-Fussabdruck reduzieren sowie die Biodiversität in den Rebbergen fördern. Ökologisch produzierte Schäumer nützen nicht nur der Natur, sondern bieten in der Regel auch mehr Genuss. Sie sind komplexer, vielschichtiger, mineralischer und spannungsreicher als konventionell produzierte Beispiele. Die Qualitätssteigerung sowie die zunehmende Nachfrage seitens der Konsumenten und Konsumentinnen werden dazu führen, dass weitere Weingüter auf biologisch bewirtschaftete Flächen umstellen oder dabei sind, umzustellen.
Wer Bio-Schaumweine geniesst, tut sich und der Natur Gutes. Und liegt im Trend. Jene Zeiten, in denen nur alternative Körnlipicker nachhaltig produzierte Lebens- und Genussmittel kaufen, sind längst vorbei. Nur wenn verantwortungsbewusste Konsumenten und Produzenten am gleichen Strick ziehen, hat ein nachhaltiger Weinbau eine noch bessere Zukunft. Das hat zwar seinen Preis. Aber auch bei biologischen Schäumern aus allen Anbaugebieten findet man exzellente Beispiele mit einem guten Preis-/Genussverhältnis.
Peter Keller, Mondovino-Experte und Weinakademiker

Bio-Schaumweine