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Peter Keller erklärt Ihnen die Maremma, Anbaugebiet der Supertoskaner.

Maremma – eine Goldgräber-Region

Sassicaia, Ornellaia: Das sind italienische Weinmarken, die heute jeder kennt. Sie stehen für eine Kategorie, die als «Supertoskaner» Eingang in die önologische Welt gefunden hat. Und vor allem stehen sie für die Geburtsstunde einer Weinregion, von der vorher kein Mensch gesprochen hatte. Plötzlich war die Maremma der neue Trendsetter. Das Anbaugebiet liegt an der Westküste Italiens und erstreckt sich von Livorno bis nach Grosseto hinunter.
Begonnen hatte die Erfolgsgeschichte mit der Sorte Cabernet Sauvignon, was fast einer Revolution gleichkam. Denn nicht der Sangiovese begründete den Ruf der Maremma. Auch Merlot und Syrah wurden der in der Toskana einheimischen Traube oft vorgezogen. Sassicaia begann mit Cabernet Sauvignon. Der (teure) Kultwein zählt zu den besten Crus des Landes. Bald folgten weitere Investoren, etwa das Gut Ornellaia, das mit dem gleichnamigen Spitzenwein und dem Premium-Merlot Masseto viele Weinfreunde und -freundinnen in Entzücken versetzt. Im Laufe der Jahrzehnte entdeckten auch Weingüter ausserhalb der Toskana diese Goldgräber-Region, beispielsweise die Winzer-Ikone Angelo Gaja aus dem Piemont und die Star-Produzentin Elisabetta Foradori aus dem Trentino.
Angesichts des phänomenalen Erfolgs der globalen Rebsorten ging fast vergessen, dass in der Maremma auch der Sangiovese beachtliche Resultate erbringen kann. Die Sorte wird hier «Morellino» genannt. Pionier war die von Elisabetta Geppetti gegründet Fattoria Le Pupille. Das Gut brachte in den achtziger Jahren seinen ersten Morellino di Scansano auf den Markt. Heute gibt es ihn in der Basis- sowie in der Reserva-Version. Und den Einzellagen-Cru Poggio Valente. Nichtsdestotrotz hat auch Le Pupille mit dem Saffredi einen Kult-Cabernet-Sauvignon geschaffen.
Die Frage wird sein, ob der Maremma-Hype künftig anhalten wird. Es gibt gewisse Anzeichen, dass der Markt langsam gesättigt ist. Auch wird nicht mehr jeder Preis für die Spitzenweine bezahlt. Trotz allem lassen sich indessen weiterhin neue und interessante Entdeckungen machen, namentlich im Süden der Appellation. Wie schrieb doch ein Importeur einmal: «Wer mit offenem Gemüt verkostet, wird gewiss mit der einen oder anderen Überraschung belohnt». Das kann beispielsweise der Morellino di Scansco Riserva Edition Peter Keller 2018 der Fattoria Le Pupille sein. Der Produzent hat einen speziellen und überaus gelungenen Wein abgefüllt (nur auf Mondovino erhältlich).