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Prämierte Weine: Medaillen als Absatzhilfe

Prämierungen von Weinen sind ein beliebtes Marketing-Vehikel und Werbemittel. Wer eine Medaille erhält, hat einen Wettbewerbsvorteil. Zahlreiche Organisationen im In- und Ausland führen solche Veranstaltungen durch.
Das Marktangebot an Weinen aus aller Welt ist riesig. Kein Konsument, keine Konsumentin kann den Überblick bewahren. Weinprämierungen bieten durchaus eine Hilfe, wenn sie von angesehenen Organisationen durchgeführt werden. Zu dieser Gruppe zählen beispielsweise die internationale Wine Challenge in London, der Concours Mondial Bruxelles sowie der Wettbewerb Mundus Vini in Deutschland. In der Schweiz organisiert die Vereinigung Vinea in Sierre anerkannte Prämierungen wie den Grand Prix du Vin Suisse und den Mondial des Pinots. Auch der internationale Weinwettbewerb der Zürcher Ausstellung Expovina ist ein bedeutender Anlass.
Eine Jury, zusammengesetzt aus Weinfachleuten wie Sommeliers und Journalisten, degustiert und bewertet nach genau definierten Kriterien die eingereichten Weine mit verdeckten Etiketten. Selbstverständlich werden nur Weine aus gleichen Sorten oder gleicher Stilistik miteinander verglichen. Aufgrund von Punkten werden dann die Etiketten der edlen Tropfen mit Gold-, Silber- und Bronzemedaillen oder ähnlichem geschmückt. Bei Prämierungen der Internationalen Önologen-Union bekommen höchstens 30 Prozent der Testmuster eine Auszeichnung - vergleichsweise ein relativ hoher Wert. Ausgezeichnete Weine müssen bestimmte Anforderungen erfüllen: sortentypisch, charaktervoll, ausgewogen. Sie können, müssen aber nicht trinkbereit sein, denn je nach Jahrgang, Rebsorte und Art der Vinifikation werden (glücklicherweise) auch Weine prämiert, die noch einige Zeit gelagert werden müssen.
Über preisgekrönte Tropfen freuen sich Winzer und Händler gleichermassen. Sie sind ein gutes Marketing-Vehikel und Werbemittel. Die Kundschaft orientiert sich gerne an Medaillen und Siegern. Allerdings sollten die Weine nicht „blindlings“ gekauft werden. Angesichts der geradezu inflationär stattfindenden Prämierungen fällt es nicht immer leicht, seriöse Informationen von Gefälligkeiten zu trennen. Es ist zu beachten, dass längst nicht alle der angeseheneren Weinproduzenten der Welt an solchen Veranstaltungen teilnehmen. Auch für kleinere Betriebe, die nur geringe Mengen erzeugen, lohnt sich eine Teilnahme kaum. Daher der Hinweis: An Prämierungen räumen wahrscheinlich nicht immer die wirklich besten Weine die Medaillen ab. Aber Wein ist stets eine subjektive Geschmackssache und Angelegenheit. Verlassen Sie sich aus diesem Grund nicht nur auf Medaillen, sondern auch auf den eigenen Gaumen.
Peter Keller, Mondovino-Experte und Weinakademiker

Prämierte Weine